Wie ein angesagtes Männer-Model München erobert

+
Angesagt: Papis Loveday

München - Alle München-Neider- und Niederschreiber aufgepasst: "München hat Glamour!", behauptet Papis Loveday. Papis wer? Papis Loveday! Die tz traf das angesagte Männermodel.

Er ist 29, männliches Topmodel (Armani, Gucci, Dior, Paul Smith, Etro), Designermuse, Trendscout, Laufstegtrainer, Fashionikone, kurz: der Mann ist schön und in. Und: er hat sich München als neue Heimat ausgesucht. Weil Glamour dort ist, wo Papis ist. Die tz traf ihn in seinem natürlichen Lebensbereich: im Desigernshop Pool, anschließend auf einen Cosmopolitan an der Bar.

Was ist mit Mailand, Berlin, Paris? „Ach, Paris, das ist doch auch nur der Name, die Stadt ist konservativ. Und Mailand und Berlin können auch richtig langweilig sein.“

Damit ihm nicht langweilig wird, hat er in München sofort einen Stammtisch ins Leben gerufen. Was sich nach uriger Bierrunde anhört, ist die wohl abgefahrenste Party der Stadt. Ort und Zeit gibt’s kurzfristig per SMS, das verrückte Outfit von Papis steht im Mittelpunkt. Um ihn scharen sich witzige, lässige, außergewöhnliche Leute, eben „freaky people“ von 16 bis 60. „Das habe ich schon in Mailand gemacht. Dort hatten viele Vorurteile gegen schwarze Models. Und ich dachte mir, euch werde ich es zeigen.“

München ist ihm „open minded“ begegnet. Auch deshalb fühlt er sich hier wohl. „Klein, aber fein“, findet er die Stadt, hat sich ein Appartement im Westend genommen, genießt sonntags die selbstgemachten Kuchen des liebevoll gestalteten Café Kubitschek an der Theresienwiese. München-Idylle eben.

Bis das Handy klingelt und Mailand ruft: Fotoshooting für eine internationale Jeans-Marke. „München liegt super zentral, ich nehme den Flieger und bin in kürzester Zeit in Paris, in Mailand oder auch in Zürich.“

Papis führt das Jet-Set-Model-Leben, das man sich so vorstellt, wenn man zuviel Germany’s Next Topmodel geschaut hat. Doch so ein blasiertes Getue gibt’s bei ihm nicht. Papis ist warmherzig, humorvoll und selbst nach mehrmaligem Kleiderwechsel nicht genervt. Nur eines macht Männer wie Frauen nervös: sein geschmeidiger, sanft durchtrainierter Muskelkörper. 1,88 Meter pure Schönheit, die durch Zufall entdeckt wurde: bei den Vorbereitungen zur Leichtathletik-WM in Paris. Papis Spezialdisziplin war der 400-Meter-Lauf. Ein Fotograf machte Aufnahmen von ihm, die landeten bei zwei Modelagenturen. Ein Volltreffer: Benetton buchte den schönen Sprinter für eine weltweite Werbekampagne.

Dabei sollte Papis Loveday – übrigens sein wirklicher Name – in der französischen Hauptstadt Informatik studieren. So wollte es die Diplomatenfamilie in Dakar, der Hauptstadt des Senegal. Dort lebt noch immer ein Großteil seiner Familie, ab und zu zieht es ihn in die Heimat, zu seinen Wurzeln. Trotzdem: „Mein altes Leben vermisse ich überhaupt nicht. Ich liebe diesen Job, es geht immer weiter, es ist immer etwas Neues.“ Etwas Neues, eine Aufgabe nach der Laufsteg-Karriere, ist schon in Planung. München spielt dabei wieder eine wichtige Rolle – vielleicht kann man ja schon bald seinen Cosmopolitan an der coolen Papis-Bar trinken? „I will rock Munich!“ verspricht er. Hoffentlich, denn Glamour ist schön, aber flüchtig.

Maria Zsolnay

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
S-Bahn-Verbindung zwischen Flughafen und Neufahrn kurzzeitig unterbrochen
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
München, du hast noch immer ein Problem mit Homophobie!
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 

Kommentare