Parklizenz: Anwohner klagt an

München - München diskutiert: Wie viel bringen neue Parklizenz-Gebiete? Ein betroffener Anwohner schildert der tz seine Erfahrungen an einem ganz normalen Wochentag.

München diskutiert über mögliche neue Parklizenz-Gebiete. Mit dem Ziel, den Anwohnern die Parkplatzsuche zu erleichtern. Wie viel’s bringt? Da gibt’s unterschiedliche Meinungen. Ein Münchner hat der tz seine Erfahrungen an einem ganz normalen Wochentag geschildert:

Lesen Sie dazu:

Kann man das alles überhaupt kontrollieren?

Hier prüft die Stadt neue Parklizenz-Gebiete

Seit zwanzig Minuten fährt Michael M. (54) durchs Glockenbachviertel. Es ist sieben Uhr abends, der Münchner flucht. „Hätte ich mein Auto nur stehenlassen!“ Aber die zwei Wasserkisten im Kofferraum kann er kaum aufs Radl packen. Also die Baldestraße runter. Weit und breit kein Parkplatz. „Wozu zahl ich eigentlich 30 Euro für den Park­ausweis?“ Nach einer halben Stunde hat Michael M. die Nase voll. Er stellt seinen Golf im Kreuzungsbereich ab. „Sollen sie mir doch einen Strafzettel geben.“

Auf dem Weg nach Hause schaut der Münchner hinter die Windschutzscheiben der parkenden Autos. Eins, zwei, drei … acht Fahrzeuge allein in der Arndtstraße, die hier nicht stehen dürften. Denn: „Nur Anwohnerparken“ ist hier erlaubt. Doch wirklich interessieren tut das keinen. „Wird doch eh kaum kontrolliert“, sagt ein junger Mann, der grad aus seinem Wagen steigt. Er besucht einen Freund, einen Parkausweis hat er nicht.

Am nächsten Morgen klemmt ein in Strafzettel hinterm Scheibenwischer von Michael M.’s Auto – weil er in der Kreuzung stand.

Der junge Mann ohne Ausweis ist davongekommen. So wie viele andere auch. Der Münchner schüttelt den Kopf. „Der Stadt geht’s offenbar nur um die 30 Euro. Dass die Anwohner tatsächlich leichter einen Parkplatz finden, darum kümmert sie sich nicht.“

Michael M. ärgert sich: „Mag sein, dass woanders im Viertel fleißig kontrolliert wird. Aber am Rand des Lizenzgebiets wird es das nicht.“ Der Münchner beobachtet regelmäßig Dutzende Autos ohne Ausweis oder Parkschein, die tagelang im Anwohnerbereich parken – ohne je einen Strafzettel zu bekommen. „Das spricht sich natürlich rum“, sagt Michael M.: „Der Kontrolldruck ist in manchen Straßen zu lasch.

jam

Rubriklistenbild: © Kurzendörfer

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