Parkzonen auch außerhalb des Rings

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Wer parken will und keine Anwohnerlizenz hat, muss zahlen. Das gilt inzwischen fast überall innerhalb des Mittleren Rings

München - Fast der gesamte Bereich innerhalb des Mittleren Rings ist bereits vom Parkraummanagement überzogen, zur Freude der Anwohner und Empörung der Pendler. Jetzt sollen noch mehr Parkzonen her.

Was ein Parklizenzgebiet ist, muss man den Münchnern heute nicht mehr erklären: Fast der gesamte Bereich innerhalb des Mittleren Rings ist bereits vom Parkraummanagement überzogen, meist zur Freude der Anwohner und zur Empörung der Pendler. Derzeit werden im „Sektor 4“ die letzten der 40 Reviere beackert; 2012 soll es überall, wo hoher Parkdruck herrscht, die bewährte Aufteilung von Anwohnerparken mit dem Jahreswapperl für 30 Euro und kostenpflichtigem Misch- sowie Kurzparken geben.

Damit ist aber nicht Schluss: Das Planungsreferat bastelt schon an einem Entwurf für einen Grundsatzbeschluss, wie es außerhalb des Mittleren Rings weitergehen soll. Anfang 2011 wird er dem Stadtrat vorgelegt. Dringenden Bedarf hat schon die Parkstadt Bogenhausen angemeldet. Und eins gibt’s sogar schon: die Borstei.

„Relativ wenige neue Gebiete werden noch dazu kommen“, sagt Michael Hardi, Pressesprecher des Planungsreferats. Die Bereiche müssen bestimmte Werte bei der Stellplatzauslastung erfüllen: „Mindestens 95 Prozent auf öffentlichem Straßenraum müssen immer belegt sein.“ Um das zu überprüfen, werden zu verschiedenen Tageszeiten Autos gezählt, Nummernschilder aufgeschrieben, der Prozentsatz von Dauer- und Kurzparkern ermittelt. Die Zahl der zugelassenen Autos an den fraglichen Straßenzügen wird abgefragt, die Kneipen-, Restaurant- und Ladendichte sowie die gewerbliche Nutzung untersucht.

Enorme Fieselarbeit ging in den Jahren seit 2005 den schrittweisen Einführungen neuer Lizenzgebiete voraus. Das kostet natürlich, ebenso die Aufstellung der Parkscheinautomaten. Stehen sie allerdings einmal, ist der Gewinn erklecklich. Den jährlichen Betriebsausgaben von etwa 800 000 Euro sollen nach der Installierung aller 5000 Automaten innerhalb des Mittleren Rings Einnahmen von 8,5 Millionen Euro gegenüberstehen.

Bei den letzten Bereichen im Innenraum hatten CSU und FDP den Verdacht, die Einführung diene eher der Abzocke – auch einige Bezirksausschüsse hatten sich ablehnend geäußert: in den Quartiere St.-Martins-Platz, Tegernseer Landstraße, Silberhornstraße und Walchenseeplatz gebe es genügend Parkplätze, sogar Überkapazitäten, sagte CSU-Stadtrat Robert Brannekämper. Nur für den Bereich Friedenstraße stimmte die CSU der Einführung eines Parklizenzgebiets zu. Mit der rot-grünen Mehrheit wurden jedoch alle Gebiete abgesegnet. Sie werden sukzessive 2011 und 2012 in Betrieb gehen – und letztlich 800 000 Euro einbringen.

Barbara Wimmer

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