Pascha-Chefs vor Gericht – Sie fordern von Huren: Oralsex ohne Gummi

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Drei Prostituierte warten im Pascha auf Kundschaft

München - 24 Stunden-Service mit den „schönsten Frauen aus allen Teilen der Welt“ - so wirbt der Sex-Club Pascha um Kundschaft. Zum Programm gehört auch Oralsex - und zwar ohne Kondom.

Das aber rief die Staatsanwaltschaft auf den Plan: Für die Anklagebehörde ist das Zuhälterei. Gegen den Besitzer Herbert Wachtel, Geschäftsführer Leonhard E. und sieben weitere Damen und Herren aus dem Rotlicht-Betrieb wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Gegen fünf (darunter Wachtel) wurde das Verfahren gegen Zahlung einer Geldbuße eingestellt. Vier mussten am Mittwoch jedoch auf der Anklagebank Platz nehmen, darunter Martina S. (32), die ihren Beruf als „Spa- und Wellness-Managerin“ angibt.

Vorwurf der Anklage: Bei den Einstellungsgesprächen werden die Huren darauf hingewiesen, dass Oralverkehr ohne Kondom zum Programm des Hauses gehöre. Mädels, die das nicht mögen, kriegen den Job nicht. Sind die Kunden mit der Dienstleistung nicht zufrieden, kriegen sie ihr Geld zurück, und die Frauen gehen leer aus. Für die Staatsanwaltschaft ist das „dirigierende Zuhälterei“. Quatsch, argumentieren die Verteidiger. Niemand werde doch gezwungen, in dem Sex-Club zu arbeiten. „Wir verlangen von den Frauen auch keine Kaution“, so Leonhard E. zur tz. „Wir haben hier ein faires System.“

So sieht es auch Richter Robert Grain, der schon ankündigte, die Angeklagten nicht wegen Zuhälterei zu verurteilen. Allerdings komme eine Verurteilung wegen Verstoßes gegen die Bayerische Hygiene-Verordnung (§ 6 Kondomzwang bei Prostitution) in Betracht. Der Prozess wird am 13. Dezember fortgesetzt.

Von E. Unfried

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