Brutaler Überfall in Pasing

Er hielt mir ein Messer an die Kehle

+
Alex S. (links) wurde Opfer eines brutalen Überfalls. Auf der Angeklagebank sitzt Volkan E. (rechts)

München - Aushilfskassierer Alex S. ist Opfer eines brutalen Überfalls geworden. Jetzt schildert der 17-Jährige die Tat im Tengelmann an der Kaspar-Kerll-Straße in Pasing.

Er war sein letzter Kunde. „Der Mann hat einen Beutel Gummibärchen aufs Band gelegt“, erinnert sich Alex S. (17) als Zeuge vor Gericht. Am Abend des 11. Mai 2012 hatte er als Aushilfs-Kassierer im Tengelmann an der Kaspar-Kerll-Straße (Pasing) gearbeitet. Kaum hatte Alex S. die Kasse geöffnet, zog der Unbekannte ein Messer, drohte: „Gib mir alles, was du hast!“

Jetzt sitzt der 25-jährige Volkan E. auf der Anklagebank. Staatsanwältin Nicole Selzam legt ihm insgesamt drei brutale Überfälle zur Last.

Für Alex S. war die Tat ein Schock. „Ich habe erst nicht begriffen, was der will“, erinnert er sich. Dann kam der Täter mit der Messerspitze bedrohlich nah: „Er wirkte aufgeregt und hektisch“, so das Opfer. „Erst dann habe ich kapiert, dass das ein Überfall war.“ Eilig drückte er dem Räuber das Bargeld (ca. 920 Euro) und Leergut-Coupons in die Hand. Draußen wartete der Komplize, beide brausten in einem silberfarbenen Audi davon.

Das Auto konnte ermittelt werden. Es gehörte dem Vater von Muhammet E. (22), dem Cousin von Volkan E. Muhammet wurde als Mittäter bereits zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt – und verpetzte Volkan.

Der wollte am 9. Mai auch den Rewe-Markt in der Ungererstraße ausrauben. Volkan E. klingelte laut Anklage kurz nach Ladenschluss. Als eine Angestellte öffnete, bedrohte er sie mit einem Messer: „Tresor öffnen!“ Doch als er sah, dass noch zwei weitere Mitarbeiter im Haus waren, ergriff er die Flucht.

Am 25. Mai betrat er gegen 19.55 Uhr den Norma-Markt in der Berduxstraße (Pasing). Er hielt der Kassiererin ein Messer an den Hals. Erschrocken griff die Frau nach der Klinge, wobei sie eine tiefe, sofort heftig blutende Schnittwunde erlitt. Sie eilte ins Lager. Der Schock war für die Frau so groß, dass sie noch heute psychologische Hilfe benötigt.

Alex S. geht es etwas besser: „Ich habe das relativ gut verarbeitet.“ Seinen Nebenjob hat Alex allerdings sofort aufgegeben: „Ich will nie wieder an eine Kasse.“

Der Prozess gegen Volkan E., der alle drei Überfälle bestreitet und seinen Cousin als Lügner bezeichnet, geht am 13. Februar weiter.

Eberhard Unfried

auch interessant

Meistgelesen

Münchnerin ärgert sich über Vodafones miese TV-Masche 
Münchnerin ärgert sich über Vodafones miese TV-Masche 
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
Großeinsatz in Flüchtlingsunterkunft am OEZ
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
Münchner Polizei nimmt Twitter-Panne mit Humor
Münchner Polizei nimmt Twitter-Panne mit Humor

Kommentare