Grube muss vergrößert werden

Bahnhof Pasing: Bombe bleibt vorerst im Boden

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München - Bei Bauarbeiten am Pasinger Bahnhof ist ein "metallischer Gegenstand" geortet worden. Am Mittwochabend wurde gegraben - doch wegen technischer Probleme bleibt die potenzielle Bombe vorerst im Boden.

Die Arbeiten sind eingestellt, die Bombe bleibt vorerst, wo sie ist. "Es besteht aber keine Gefahr, weder für die Anwohner, noch für den Verkehr", sagte Polizeisprecher Sven Müller am Abend. Bis kurz vor 23 Uhr waren Spezialkräfte mit einem Bagger an der Grube zugange. "Es gab technische Probleme, der Durchmesser der Grube muss vergrößert werden, damit es weitergehen kann", erklärt Müller. Dafür seien zusätzliche Geräte erforderlich, außerdem müssten die Seitenwände der Grube abgestützt werden. Die Baugrube wurde derweil provisorisch aufgefüllt.

Wann es weitergehen wird, ist noch nicht klar. Müller: "Am Donnerstagnachmittag werden sich alle Beteiligten zusammensetzen und planen." Möglicherweise bleibt die mutmaßliche Fliegerbombe auch bis zum Wochenende im Boden.

Bei Bauarbeiten hatten die Messgeräte am Mittwochnachmittag am Bahnhofsplatz in Pasing angeschlagen. Laut Polizei haben Arbeiter einen potenziellen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Der Fundort der Bombe liegt rund 100 Meter vom Eingang zum Bahnhof entfernt an der Bäckerstraße - und der Fund selbst in einer Tiefe von rund 4,50 Metern.

Zur Zeit sollen am Pasinger Bahnhof Strommasten für die Tramlinie 19 verbaut werden. Im Vorfeld wurde der Untergrund routinemäßig untersucht - die Sondierungen ergaben, dass sich "ein metallischer Gegenstand" im Erdreich befindet. So hatte es die Polizei am späten Nachmittag vermeldet.

Der Kampfmittelräumdienst geht "mit ziemlicher Sicherheit" davon aus, dass es sich bei dem metallischen Gegenstand um ein Kampfmittel handelt. Deshalb sollte nach Angaben der Polizei eigentlich schon ab 18.30 Uhr vorsorglich der betroffene Bereich rund um die Bäckerstraße und Am Schützeneck in einem Umkreis von 100 Metern abgesperrt werden. Doch die Arbeiten verzögerten sich, es gab Probleme mit der Ausleuchtung.

Die Münchner Berufsfeuerwehr vermeldete um 20.20 Uhr, dass die Sperrung im östlichen Teil des Pasinger Bahnhofsvorplatzes ab 20.30 Uhr beginnt. Für die Anwohner galt die Ansage, dass sie ihre Häuser ab 19.30 Uhr nicht mehr verlassen sollen. "Das ist allerdings inzwischen nicht mehr notwendig", sagt der Polizeisprecher.

Nachdem die Sperrungen eingerichtet und die Ausleuchtung gewährleistet wurde, begannen gegen 21 Uhr schließlich die Grabungen. "Der Kampfmittelräumtrupp hatte dafür etwa eine Stunde veranschlagt." Dann sollte eigentlich auch klar sein, ob es sich bei dem Gegenstand um eine Bombe wie im vergangenen August in Schwabing handelt. Der Grabungsstopp macht nun auch eine nähere Beurteilung des verdächtigen Objekts unmöglich.

Von der Gefährlichkeit hing auch ab, ob der Bahn-Verkehr betroffen sein wird. Um 19 Uhr fand nach Angaben der Bahn ein Treffen mit den Einsatzkräften statt, bei dem das weitere Vorgehen besprochen wurde. Der Bahn- und S-Bahn-Verkehr wäre nur betroffen gewesen, wenn die Bombe gar nicht geborgen werden kann. Im Klartext: Würde es sich bei dem Fund um ein Kampfmittel wie die Bombe von Schwabing, handeln, wird vermutlich doch auch der Zugverkehr in Mitleidenschaft gezogen.

Bilder: Bomben-Alarm am Pasinger Bahnhof

Bilder: Bomben-Alarm am Pasinger Bahnhof

Von Hektik war am Pasinger Bahnhof an diesem Frühlingsabend aber nichts zu spüren: Wie unser Fotograf vor Ort berichtete, war der Kampfmittelräumdienst am Bahnhof, dazu Einsatzkräfte von Polizei und Bundespolizei. Die Züge rollten den ganzen Abend über planmäßig durch den Bahnhof.

Das bestätigt auch der Sprecher der Bundespolizei, Berti Habelt, auf Nachfrage von merkur-online: "Die Züge fahren über Pasing, und sie werden wohl auch die nächsten Stunden fahren - und auch in Pasing halten."

Stefanie Wegele und Kathrin Brack

Die letzte Bombe

München hat in der jüngsten Vergangenheit bereits Erfahrungen mit Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gemacht: Im vergangenen August hatte eine Bombe in Schwabing für Aufregung gesorgt. Letztlich musste die Bombe in der Feilitzschstraße gesprengt werden.

Hier wurde die Bombe in Schwabing gesprengt

Feuerball über München: Bombe in Schwabing gesprengt

Schwabing am Tag nach der Bombe

Der Tag danach: Bilder aus Schwabing

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