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Pasing: Eltern entwerfen Grundschule

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Von: Leoni Billina

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Wie eine Rampe ragt das Schulgebäude mit goldener Fassade aus dem Boden
Visualisierung des Schulcampus Pasing © Becc Agency GmbH

Machen statt warten: Einige Pasinger Eltern haben ganz besondere Pläne für die Schule ihrer Kinder. Sie haben ein Konzept vorgelegt, wie sich die Grundschule am Schererplatz sowie das benachbarte Elsa-Brändström-Gymnasium zu einem Schulcampus weiterentwickeln können.

Die Visualisierungen wirken futuristisch: Ein Schulgebäude mit goldener Fassade ragt wie eine Rampe aus dem Boden, das Dach begrünt, daneben ein Sportzentrum inklusive Schwimmbad mit Solarzellen auf dem Dach – die Vision, die die Verantwortlichen der Grundschule am Schererplatz in Pasing für ihre Schule und das benachbarte Elsa-Brändström-Gymnasium haben, ist kühn. Unter Federführung von Leif Geuder, dem Vorsitzenden des Elternbeirats, haben sie ein Konzept vorgelegt, wie sich das Gelände rund um die Schulen weiterentwickeln könnte.

Zahl der Schülerinnen und Schüler in Pasing wird sich in Zukunft deutlich erhöhen

Laut Demografiebericht der Stadt wird Pasing wachsen. Junge Familien zieht es dank vieler Neubauten in den Westen – was sich auf die Anzahl der Schülerinnen und Schüler auswirkt. Der Elternbeirat der Schererschule hat es vorgerechnet: Bis 2026 wird es in Pasing rund 1590 Schulkinder mehr geben, bedeutet acht Klassen mehr an der Grundschule, zehn am Gymnasium – Platz gibt es für die bisher nicht. „Lösungen sind schon lange überfällig“, sagt Anita Bock, die Direktorin der Grundschule.

Leif Geuder vor der Grundschule am Schererplatz in Pasing
Leif Geuder, Vorsitzender des Elternbeirats © Marcus Schlaf

Wenn nichts voran geht, muss man selbst Initiative ergreifen

Also will der Elternbeirat handeln – ganz nach dem Motto: Wenn nichts vorangeht, muss man selbst Initiative ergreifen. „Wir haben gemerkt, dass wir bei aktuellen Baumaßnahmen der Stadt im Schulbereich nicht an erster Stelle stehen“, sagt Geuder. Der Designer hat ein nachhaltiges und zukunftsweisendes Konzept entwickelt, wie der Campus aussehen könnte – inklusive Visualisierungen, Ausarbeitung und Zeitplan. „Ich glaube, dass man etwas braucht, das man herzeigen kann, damit auch was passiert.“

Dabei stehen nicht nur die Schulen im Fokus: Das Sportzentrum soll auch für Vereine aus dem Viertel zugänglich sein, die Mensa ein öffentliches Kulturhaus beinhalten. Zur Verkehrsberuhigung der Gegend planen sie eine Tiefgarage und Parkanlagen.

Das Sportzentrum mit Basketballplatz und Kletterwand
Die Pläne des Elternbeirats beinhalten auch ein öffentliches Sportzentrum © Becc Agency GmbH

„Jetzt trifft Theorie auf harte Realität“

Bisher gab es zwei Präsentationen, bei einer war Münchens dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) dabei. Sie bewundere das Herzblut, das der Elternbeirat in das Konzept gesteckt habe. „So detailliert und durchdacht, optisch sehr ansprechend und dann auch noch beide Schulen – Elsa-Brändström-Gymnasium und die Grundschule Schererplatz – zusammen in den Blick genommen.“ Und wie könnte es weitergehen? „Wir werden nächstes Jahr eine Machbarkeitsstudie erstellen, um dann so rasch wie möglich mit den Ergebnissen an der Idee eines Schulcampus Pasing weiterzuarbeiten.“

Leif Geuder macht sich, was die Realisierbarkeit betrifft, keine allzu großen Illusionen: „Jetzt trifft Theorie auf harte Realität.“ Schwierig sei es nun vor allem, die Zuständigkeiten bei der Stadt zu klären. Und dann auch tatsächlich etwas ins Rollen zu bringen.

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