Nach 104 Jahren

Pasing: Hier wendet die letzte Tram am Marienplatz

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Am Samstag war Schluss: Auf dem Pasinger Marienplatz kann keine Tram mehr wenden

München - Das Ende einer Ära: 104 Jahre lang wendete die Straßenbahn quietschend auf dem Pasinger Marienplatz, stets die Mariensäule umkurvend. Damit ist jetzt Schluss.

Das Ende einer Ära: 104 Jahre lang wendete die Straßenbahn quietschend auf dem Pasinger Marienplatz, stets die Mariensäule umkurvend. Mit dem Fahrplanwechsel in der Nacht zum Sonntag war damit endgültig Schluss. Ein Jahr lang müssen die Pasinger sogar ganz auf die geliebte Tram 19 verzichten. Vor Weihnachten 2013 wird ein großes Fest gefeiert: Die Tram fährt dann direkt zum Bahnhof.

1908 war Pasing zur Stadt erhoben worden. Nach zähem Ringen und gegen den Widerstand einiger Geschäftsleute wurde Pasing noch im November des selben Jahres an das Münchner Straßenbahnnetz angeschlossen. Damals rumpelte die „Elektrische“ vom Westend aus auf einem Großteil der Strecke noch über grüne Wiesen.

Im November 2008 feierte Pasing das 100-jährige Tram-Jubiläum, wobei einem historischen Wagen aus dem Jahr 1901 die Puste ausging. Dieser schaffte gerade noch die Wendeschleife am Marienplatz, dann musste er abgeschleppt werden, was zu einem Chaos führte.

Das Gleis wird jetzt herausgerissen. Wenn die Nordumfahrung Pasing dem Verkehr übergeben wird (siehe unten), dürfen keine Autos mehr über den Marienplatz rollen. An diesem Nadelöhr, wo derzeit regelmäßig ein Verkehrschaos herrscht, werden künftig die Fußgänger in aller Ruhe flanieren können. Die Landsberger Straße bis zum Knie wird neu gestaltet, Bäume säumen dann die Strecke. Das alte Trambahngleis wird durch ein Rasengleis ersetzt.

Eine neue Haltestelle entsteht am Rathaus Pasing. Die Tram biegt dann in die Bäckerstraße ein und fährt bis zur Endhaltestelle direkt am Bahnhof. Zurück rollt die Tram durch die Gleichmannstraße, wo das Gleis bereits verlegt ist.

Während der Bauarbeiten verkehrt vom Willibaldplatz der Ersatzbus 119, der wie die künftige Tram direkt am Bahnhof wendet.

Ab 20.12. rollt hier der Verkehr

Auf diesen Termin warten die Pasinger sehnsüchtig: Ab 20. Dezember rollt der Verkehr, der sich bisher über den Pasinger Marienplatz quälte, über die neue Nordumfahrung. Die Josef-Felder-Straße, wie die NUP (Nordumfahrung Pasing) jetzt heißt, entlastet endlich das Zentrum.

Hier rollt ab 20. Dezember der Verkehr. Links das neue Terminalgebäude.

Die Umgehungsstraße zweigt von der Landsberger Straße am Knie in Richtung Bahngleise ab. Am Pasinger Bahnhof überquert die Straße die beiden Fußgänger-Tunnel, die zu den Bahnsteigen führen. Es wurde eine Spur eingerichtet, auf der man mit dem Auto seine Angehörigen direkt zum Bahnhof bringen kann. Eine direkte Zufahrt zur Tiefgarage der Pasing Arcaden entlastet die Offenbachstraße. Über eine neu gestaltete Kreuzung mündet die Josef-Felder-Straße in die Lortzingstraße, von der es vierspurig weiter zur Bodenseestraße geht.

Im Viertel wird die Entlastung des Stadtteilzentrums gebührend gefeiert: Am 18. Dezember findet auf der NUP von 11 bis 18 Uhr ein großes Bürgerfest statt. OB Ude und Kultusminister Spaenle geben gemeinsam die neue Umgehungsstraße frei.

Eberhard Unfried

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