Viele Insassen sind geflüchtet

Pasinger Jugendheim außer Kontrolle

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Das Jugendheim in Pasing ist derzeit geschlossen – weil immer wieder Insassen fliehen konnten!

Pasing - Aus auffälligen Jugendlichen sollen keine Schwerverbecher werden: Darum hat die Stadt in der Pasinger Scapinelli­straße ein geschlossenes Heim eingerichtet. Doch das Projekt ging nach hinten los.

Der 5,1-Millionen-Bau wurde im April 2012 eröffnet – und schon Mitte Dezember wieder geschlossen. Weil dauernd Insassen aus dem gesicherten Gebäude fliehen konnten! Am Dienstag sollte der Bürgerbeirat vor Ort tagen. Auch die FDP fordert Aufklärung.

Laut "Münchner Merkur" gab es sogar Übergriffe auf Betreuer. Einer wurde bei der Polizei als „einfache Körperverletzung“ angezeigt. Außerdem soll es zu einer sexuellen Nötigung eines Jungen durch ein Mädchen gekommen sein. Das will niemand bestätigen. Aktenkundig sind hingegen 25 „Vermisstenfälle“. Die Jugendlichen büxten regelmäßig aus. Einige sollen sich durch den Schutzzaun gegraben, andere Sicherheitsschlösser geknackt haben. Die Polizei brachte die Ausreißer zurück, einige kamen freiwillig.

Bis zu 14 gewalttätige und ex­trem auffällige Jugendliche sollten für je maximal drei Monate lang untergebracht werden, bis man eine Lösung für die weitere Betreuung gefunden hat. Zunächst wurden nur sieben Heranwachsende aufgenommen.

Zur Begründung für die Schließung hieß es im Dezember im Sozialreferat: „Das pädagogische Konzept muss reflektiert und überarbeitet werden.“ Es soll „mehrere Übergriffe“ unter den Jugendlichen und weitere „besondere Vorkommnisse“ gegeben haben. Tatsächlich ging es drunter und drüber.

Der eigens gegründete Bürgerbeirat erfuhr von den Problemen nichts. Im Oktober hatte die Stadt gar ein Treffen abgesagt. „So kann man kein Vertrauen schaffen“, ärgert sich Pasings CSU-Bezirksfraktionssprecher Frieder Vogelsgesang. Die FDP forderte am Dienstag per Stadtratsantrag Auskunft. Im Frühjahr soll das Heim wieder geöffnet werden, mit einem neuen pädagogischen Konzept und nach mehreren Umbauten. Derweil fallen monatlich 81 000 Euro an Personalkosten an …

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