Nach der wilden Verfolgungsjagd

Amokfahrer von der A96 flüchtet aus Psychiatrie

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Ende einer Amokfahrt: Die schwer beschädigten Polizeiautos. Marek P. (li.) hatte versucht, mit seinem BMW 520d durchzubrechen. Auch sein Auto ist nur noch Schrott.Fs.: fkn

München - Nur zwei Tage nach seiner Einweisung ist Marek P. (36; Name geändert), der Amokfahrer von der Lindauer Autobahn, aus der Psychiatrie in Haar entflohen!

Erst am nächsten Morgen brachte ihn die Polizei wieder zurück. Der Münchner Arbeiter hat offensichtlich einen unerklärlichen Hass auf die Polizei, der am Samstag in einer lebensgefährlichen Verfolgungsfahrt auf der A 96 gipfelte (tz berichtete).

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Marek P. lebt mit Familienangehörigen zusammen in Sendling. Kürzlich verlor er seinen Vater. Ein Verlust, der ihn tief traf und offenbar auch eine Wesenveränderung bewirkte. Die Nachbarn berichten, dass es in der Familie in letzter Zeit oft lautstarke Streitereien gab. Marek P. interessiert sich für alles, was mit Fußball und schnellen Autos zu tun hat – speziell mit BMW. Er selbst fuhr auch einen grauen BMW 520d, sein ganzer Stolz. Der Zufall wollte es, dass er am Samstag um 21.10 Uhr auf der A 96 zwischen Schöffelding und Landsberg Ost auf einen Polizeiwagen traf, der sich von hinten mit Blaulicht näherte und vorbei. Da brannte bei Marek P. eine Sicherung durch: Er ließ den Polizeiwagen bei Tempo 200 nicht überholen und begann, den Einsatzwagen systematisch auszubremsen. Als die Beamten den Arbeiter kontrollieren wollten, raste er los. Über 130 Kilometer führte Marek P.’s wahnsinnige Flucht bis nach Mindelheim und wieder zurück nach München. In der Autobahnauffahrt Freiham-Mitte raste er mit voller Absicht in zwei quer gestellte Polizeiwagen. Erst dann blieb der BMW liegen. Vier Polizisten wurden bei dem Einsatz verletzt.

Nacht tz-Informationen wollte sich der tobende Marek P. auch im Pasinger Krankenhaus nicht beruhigen und randalierte, weil er nicht rauchen durfte. Die Ärztin ließ den psychisch auffälligen Mann ins Isar-Amper-Klinikum einweisen. Am Montag um 23 Uhr war P. dort plötzlich verschwunden. Die Klinik hat sich bis Redaktionsschluss der tz-Mittwochsausgabe nicht zu dem Vorfall geäußert.

Die Polizei traf Marek P. Dienstag früh daheim an. Diesmal ging er ruhig mit. „Er befindet sich wieder in der Klinik“, bestätigte Polizeisprecher Peter Beck. Sebastian Arbinger

Jacob Mell, Dorita Plange

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