Autofahrer versucht, Polizisten in Washington zu überfahren

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Handy-Fotos als Beweis

Knast und Berufsverbot für Fummel-Pfleger

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Drei Jahre Gefängnis: Konstantinos L.

München - Konstantinos L. befummelte Patientinnen im Aufwachraum einer Klinik. Deshalb erhielt der 40-Jährige Berufsverbot und muss mehrere Jahre ins Gefängnis.

Krankenpfleger Konstantinos L. (40) soll sich nie wieder an einer Patientin vergreifen können, die ihm wehrlos ausgeliefert ist. Das Schöffengericht mit Richter Matthias Braumandl verdonnerte den Angeklagten zu drei Jahren Gefängnis, außerdem hat er Berufsverbot bekommen! Braumandl zum Angeklagten: „Sie haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt, als die Patientinnen noch narkotisiert waren.“

Der Krankenpfleger arbeitete bis zum 20. März in der Aufwachstation am Klinikum Pasing. Eine frisch operierte junge Frau erwachte aus ihrem Dämmerzustand, als sie spürte, dass jemand ihre Brüste knetete. Als sie den Pfleger ansah, sagte dieser: „Tief einatmen.“ Er berührte sie erneut. Dasselbe passierte einer weiteren Patientin, die zufällig ins selbe Zimmer geschoben wurde. Nachdem die beiden Frauen ins Gespräch gekommen waren, meldeten sie die Vorfälle dem Stationsarzt. Der Pfleger wurde verhaftet.

Alles nur Einbildung der Patientinnen?

Zufällig erfuhr eine dritte Frau von der Strafanzeige, die ein Jahr zuvor von „Kostas“ (so nennt sich der Pfleger selbst) missbraucht worden war. Auch sie meldete sich bei der Staatsanwaltschaft.

Alles nur Einbildung der Patientinnen? Darauf wollte Verteidiger Jens Bosbach hinaus: „Von dem Narkosemittel Propofol ist bekannt, dass es sexuelle Fantasien in der Aufwachphase erzeugt.“

"Die Patientinnen waren ihm schutzlos ausgeliefert"

Die Toxikologin Eva Koch sagte zwar als Gutachterin vor Gericht: „Sexuelle Halluzinationen sind ein lang bekanntes Phänomen in der Anästhesie.“ Diese Nebenwirkung sei jedoch sehr selten. Statistische Wahrscheinlichkeit: eins zu 10.000! Zudem seien diese Phänomene bei ambulanten Eingriffen, etwa Magenspiegelungen, festgestellt worden. Dem im Klinikum Pasing zuständigen Narkosearzt wurden in seinen 23 Berufsjahren nur fünf Fälle bekannt, drei davon mit Konstantinos L.

Staatsanwältin Rebecca Hupke hielt den Angeklagten allein anhand der statistischen Wahrscheinlichkeit für überführt: „Die Patientinnen waren ihm schutzlos ausgeliefert.“ Bei der Überprüfung des Handys fand die Polizei 150 Fotos: immer wieder Brüste! Anwalt Bosbach blieb aber dabei: „Der Tatnachweis ist nicht geführt.“ Er will das Urteil anfechten.

E. Unfried

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