Die lange Pause hat Konsequenzen

Kinder im Münchner Westbad verletzt - als traurige Folge von Corona

Im Westbad wurden zwei Becken gesperrt.
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Im Westbad wurden zwei Becken gesperrt.

Mehrere Kinder haben sich beim Planschen im Münchner Westbad verletzt. Sie hatten nach dem Aufenthalt im Becken Abschürfungen an Armen und Füßen. Grund für die Wunden: Kalkablagerungen.

  • Mehrere Kinder haben sich beim Planschen im Münchner Westbad verletzt.
  • Sie hatten nach dem Aufenthalt im Becken Abschürfungen an Armen und Füßen.
  • Die Bademeister sperrten daraufhin vorsorglich das Kinderbecken und das Attraktionsbecken. Grund für die Wunden: Kalkablagerungen

München - Wegen der Corona-Pandemie stand in München vieles still, auch die Sommer- und Hallenbäder der Stadtwerke München (SWM). Abstandsgebote und Hygienevorschriften machten den Betrieb lange Zeit unmöglich. Das hat sich geändert. Seit dem 11. Juni dürfen Gäste in die Freibäder. Was aber zunächst niemandem aufgefallen war: „Durch die coronabedingte Schließphase kam es in einzelnen Becken leider zu Kalkablagerungen, die nicht sichtbar waren und auch bei der regulären Reinigung vor der Öffnung zunächst nicht auffielen“, sagt SWM-Sprecherin Doris Betzl. Das Problem: Der Kalk setzte sich nicht als glatter Film, sondern als rauer Belag auf dem Beckenboden ab – so rau, dass mehrere Kinder sich so beim Baden Arme und Füße aufschürften. „Wir haben die betroffenen Nichtschwimmerbecken gesperrt, das Wasser abgelassen und die Becken einer erneuten intensiven Reinigung unterzogen“, berichtet Betzl. Das Kinderbecken ist bereits wieder in Betrieb. Ab Montag folgt das Attraktionsbecken im Westbad. „Wir setzen alles daran, um derartige Beeinträchtigungen künftig zu vermeiden.“

Das Erlebnisbecken im Westbad.

Die Münchner Feuerwehr rückte zu einer Grundschule in Milbertshofen-Am Hart aus. Die Fingerkuppe eines siebenjährigen Kindes war abgetrennt.

Münchens Hallenbäder dürfen ab Montag öffnen

Ab dem kommenden Montag dürfen dann im Prinzip auch Münchens Hallenbäder wieder öffnen. Das werden sie aber nicht. Betzl: „Erst wenn uns das Hygienekonzept und die Rahmenbedingungen seitens des Wirtschafts- und Gesundheitsministeriums vorliegen, können wir unser Hygiene- und Betriebskonzept für die Hallenbäder und Saunen fortschreiben und abstimmen.“ Derzeit würden zudem viele Mitarbeiter aus den Hallenbädern, in den Sommerbädern eingesetzt, da dort Saisonkräfte fehlten und aufgrund der Corona-Vorschriften mehr Personal benötigt werde. Man wolle auch die Hallenbädern möglichst bald wieder für Besucher öffnen, verspricht Betzl. „Einen Startzeitpunkt können wir aktuell noch nicht nennen.“ Aller Voraussicht nach werde die Öffnung schrittweise erfolgen.

In den Freibädern läuft unterdessen der Betrieb, allerdings nicht wie gewohnt. Da die Platzzahl beschränkt ist, müssen vor dem Schwimmen Tickets online erworben werden – idealerweise zwei oder drei Tage vor dem Badbesuch.Auch Kinder, die keinen Eintritt zahlen oder mit Ferienpass Zutritt bekommen, brauchen eine Reservierung. Ebenso München-Pass-Inhaber und Begleiter von Schwerbehinderten. Im Westbad, einem der größten Münchner Bäder, sind beispielsweise derzeit 2670 Personen pro Tag zugelassen. Regulär dürften mehr als 3800 Personen pro Tag in das Sommerbad.

Sascha Karowski

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