„Seit 30 Jahren fordern wir Tempo 30“

„Es ist ein Trauerspiel“: Anwohner fordern Tempolimit für die ganze Maria-Eich-Straße 

Tempo 50, 30, 50, 30: Auf der Maria-Eich-Straße ist ein ständiger Wechsel.

Pasinger Anwohner gründen eine Bürgerinitiative. Bezirksausschuss unterstützt Forderung nach einheitlichem Tempolimit in der ganzen Maria-Eich-Straße. 

Pasing - Die Maria-Eich-Straße in Pasing sollte endlich durchgehend Tempo 30 bekommen, forderten zahlreiche Anwohner auf der diesjährigen Bürgerversammlung im Stadtteil. Auch der Bezirksausschuss (BA) Pasing-Obermenzing unterstützt den Wunsch. „Seit 30 Jahren fordern wir Tempo 30“, sagte einer der Antragsteller.

Laut Kreisverwaltungsreferat (KVR) erfüllt die Maria-Eich-Straße die Funktion einer Hauptverkehrsstraße. Tempo 30 sei nur möglich, wenn „besondere, in der Straßenverkehrsordnung definierte Gründe vorliegen“, heißt es in der Gesetzgebung. Das sei in den Bereichen ab der Paosostraße entlang der Schulen bis zur Wehnerstraße und etwa 500 Meter weiter vom Joseph-Haas-Weg bis zur Stadtgrenze der Fall. Hier rechtfertigten die Sicherheit des Schulwegs und ein unübersichtlicher Kurvenbereich das Tempolimit, heißt es beim KVR. Für den restlichen Verlauf der Straße gelte das jedoch nicht.

Rund 300 Unterschriften für „durchgängig Tempo 30“

Eine Bürgerinitiative sieht das anders: Es sei absurd, dass gerade an einer besonders gefährlichen Stelle, vor und in einer unübersichtlichen Kurve auf Höhe der Croissant-Rust-Straße, immer noch Tempo 50 erlaubt sei, hieß es auf der Versammlung. Dort sei zwar ein Zebrastreifen. Aber auf diesem seien besonders viele Kinder zu den Schulen, unter anderem auch einer Gehörlosen-Schule, unterwegs. Zudem gebe es dort mehrere Geschäfte und deshalb auch einen regen Einkaufsverkehr, ergänzte Monika Ermert von der Bürgerinitiative. Rund 300 Unterschriften habe man für „durchgängig Tempo 30“ gesammelt. „Eigentlich sollte man meinen, dass die Vernunft da zieht“, sagte Ermert zum Standpunkt der Stadt.

Denn die Stadtspitze hält sich an die Aussage des Kreisverwaltungsreferats. So hatte zuletzt auch Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in einem Schreiben an den Bezirksausschuss mitgeteilt, dass die rechtlichen Grundlagen für ein durchgängiges Tempo 30 fehlten.

„Es ist ein Trauerspiel“

„Es ist ein Trauerspiel“, sagte nun der BA-Vorsitzende Romanus Scholz (Grüne) auf der Versammlung in Pasing vor den rund 200 Besuchern. Ebenso wie die Bürgerinitiative forderte auch der Bezirksausschuss eine juristische Überprüfung der Regelung für die Maria-Eich-Straße.

Hoffnung könnte den Anwohnern nun die jüngste Aussage des Kreisverwaltungsreferats machen: Man werde die Empfehlung der Bürgerversammlung mit dem Wunsch des BA nach einer juristischen Prüfung behandeln, sagte ein Sprecher auf Anfrage unserer Zeitung. Darin werde auch die Neuregelung der Straßenverkehrsordnung für Tempo 30 vor Kindergärten und Krankenhäusern sowie ein mögliches Tempo 30 aus Gründen des Lärmschutzes mit einbezogen. Das Ergebnis soll in eine Beschlussvorlage für den BA eingearbeitet werden, versprach der Sprecher.

Monika Wehrl-Herr

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