Das Folter-Duo von Obermenzing

Sie quälten ihr Opfer eine Stunde bis aufs Blut

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Die Angeklagten gestern vor Gericht: „Ja, wir wollten ihn quälen!“

München - "Das war Folter, eine perverse Folter!" Den Worten den Staatsanwältin widersprechen die beiden Angeklagten nicht. Eine Stunde lang quälten die beiden Täter ihr 17-jähriges Opfer.

„Ja, wir wollten ihn quälen“, gibt Martin G. (23) kleinlaut zu. Sein gleichaltriger Freund Sebastian H. vor Gericht: „Es ist leider so richtig.“ Die beiden machten sich einen Spaß daraus, Paul S. (17, Name geändert) in der Nacht zum 30. März eine Stunde lang zu quälen und in Todesangst zu versetzen.

Die Täter waren auf einer Privatparty, wo sie auf Paul trafen. „Du kannst bei uns übernachten“, bot Sebastian H. an. Er wohnt unterm Dach des elterlichen Hauses in Obermenzing. Paul kam gerade aus dem Bad, da überwältigte ihn das Duo. „Ich bring’ dich jetzt um“, kündigte Sebastian an. Während Martin das Opfer festhielt, holte er ein Küchenmesser, hielt ihm die Spitze an die Kehle, ritzte ihn damit. Mehrfach würgten die Täter ihr Opfer. Nach und nach wurden sie immer brutaler, das Würgen grausamer.

Die Täter malten Paul ein Fünfeck auf den Bauch, höhnten: „Wir schneiden dir jetzt die Leber raus.“ Sie fügten ihm blutende Schnitte zu. Höhepunkt der Folter: Die Täter forderten Paul auf, die Hose herunterzuziehen, um ihn vergewaltigen zu können!

Ehe Paul ohne Schuhe flüchten konnte, schlug ihm Sebastian eine Flasche auf den Schädel. Der 17-jährige klingelte verzweifelt in einem Nachbarhaus. Ein Polizeibeamter als Zeuge: „Wir haben erst nicht glauben können, was er erzählte.“ Als Sebastian von Polizisten geweckt wurde, sagte dieser: „Das war ein Spaß!“

Die hilflosen Entschuldigungs-Versuche der Angeklagten weist Paul weit von sich. Sein Anwalt Oliver Schreiber zu den Tätern: „Gibt es eine Erklärung für die Wahnsinnstat?“ Nein, sie können es nicht erklären.

Das Urteil: 2 Jahre 3 Monate Knast für Martin, 2 Jahre 10 Monate für Sebastian! Richterin Karin Jung: „Es war ein Horror.“

E. Unfried

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