Unbekannter dreht Tier den Hals um

Hühnermord: Schock in der Kinderkrippe

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Solche wuscheligen Seidenhühner hatte die Krippenleiterin Anfang Juni gekauft.

Vier Hühner sollen im Garten einer Kinderkrippe mit den Zwergerln aufwachsen. Doch ein unbekannter Tier- oder Kinderhasser stiehlt die Tiere, eines lässt er getötet zurück. 

Es ist ein kleines Natur- und Kinderparadies in Obermenzing: die Kinderkrippe „Kastanienwiese“ in der Gustav-Meyrink-Straße. Bis zu 36 Zwergerl unter drei Jahren düsen hier täglich durch das lichtdurchflutete Holzhaus mit dem großen Garten und den alten Bäumen. Wer ahnt da, welch ein Massaker sich hier ereignet hat: Vier junge Seidenhühner – tierische Spielgefährten der Kinder – hat ein Unbekannter gestohlen und getötet.

Ein pädagogischer Schwerpunkt der Kinderkrippe ist die Natur- und Umwelterziehung. Deshalb hoppeln im Garten kleine Kaninchen umher, deshalb bauen die Kinder hier eigenes Gemüse an – und deshalb kaufte Krippenleiterin Bettina Walz Anfang Juni vier süße, wuschelige Seidenhühner. „Die Kinder sollten ihnen Namen geben, sie streicheln und mit ihnen spielen“, erzählt Walz. 

Am Abend des 6. Juni holt sie die „Baby-Hühner“ vom Züchter und bringt sie in den Stall. „Ich habe mich noch vergewissert, ob sie gut versorgt sind für die Nacht.“ Am nächsten Morgen der Schock: Drei der kleinen Tiere sind weg, ein Viertes findet Bettina Walz hinter dem Schuppen. Tot – mit umgedrehtem Hals! 

Aus diesem Hühnerstall im Garten der Kinderkrippe holte sich der Dieb die jungen Hühner. Eines davon ließ er zurück – mit umgedrehtem Hals.

Ein Fuchs oder anderes Raubtier kann es nicht gewesen sein: Die Tiere waren ja im Stall – die Tür kann nur ein Mensch geöffnet haben. Die Kinder haben von dem Massaker zum Glück nichts mitbekommen. Aber die Erzieherinnen und Eltern sind verunsichert. Denn es ist noch etwas passiert: Immer wieder hat jemand offensichtlich absichtlich Glasscherben mit der Spitze nach oben in die Wiese gesteckt – direkt vor den Spielhäuschen der Kinder. Die Kripo ermittelt nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Diebstahl. Sie bittet Zeugen um Hinweise.

Aus diesem Hühnerstall im Garten der Kinderkrippe holte sich der Dieb die jungen Hühner. Eines davon ließ er zurück – mit umgedrehtem Hals.

Auch die Eltern wollen mithelfen und die Augen offen halten. Jeden Morgen durchkämmen die Erzieherinnen die Wiesen nach neuen Glasscherben. Bettina Walz will sich nicht von ihrem pädagogischen Weg abführen lassen. „Wir holen wieder neue Hühner. Denn die Kinder profitieren unheimlich davon, die Erfahrung mit den Tieren zu machen.“ 

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