Gleich zwei Mega-Lärmschutzwände

Kleingärtner entsetzt: Hilfe, wir werden zugemauert

München - Bekanntlich kommen ja nur die Harten in den Garten. Die Hobby-Gärtner in der Kleingartenanlage 82 Pasing 5, Hildachstrasse 48, müssen besonders tapfer sein!

„Unsere Gärten sind im Grunde wertlos“, sagt Vorsitzender Wolfgang Wührer. Denn zehn der 94 Anlagen sind nun komplett zugemauert – Sonne Fehlanzeige!

Die Alu-Wand der Firma Aurelis.

Das Gärtner-Kleinod an der zweigleisigen Umleitungsstrecke der Deutschen Bahn zwischen Laim und Pasing besteht seit den 60er-Jahren. „Wir hatten hier nie Probleme mit dem Bahnlärm“, sagt der 54-Jährige. Dennoch hat die Stadt im Norden eine Lärmschutzwand errichtet. Fairerweise muss man sagen: nicht für die Kleingärtner. Die Wand soll den Gleis-Lärm vom Neubaugebiet an der Paul-Gerhardt-Allee abhalten. Das ist Voraussetzung für neue Wohnungen. „Aber diese Wand stört uns auch gar nicht“, sagt Wührer.

Anders die neue Wand im Süden – die Firma Aurelis hat unmittelbar am Gartenzaun eine Alu-Mauer hochgezogen. Und die ist bis zu neun Meter hoch! Versprochen worden sei dem 54-Jährigen von der Firma, dass die Süd-Mauer höchstens vier Meter hoch werde. Und nun steht dort dieses Metall-Monster! „Das ergibt keinen Sinn!“

Lärmschutz der Bahn.

Dieser Eindruck ist so ganz abwegig nicht, erklären lässt sich das Giganten-Gemäuer aber dennoch. Gleich südlich in der Nachbarschaft liegt die Brückenmeisterei der Deutschen Bahn. „Dort kann auch nachts gearbeitet werden, und es ist sehr laut“, sagt eine Sprecherin von Aurelis. Der Immobilienfirma gehören Grundstücke des Neubaugebietes. Die Mauer im Süden soll demnach vor dem Gewerbelärm des Brückenbauhofs schützen – allerdings erneut nicht die Kleingärtner, sondern die neuen Bewohner im Norden der Anlage. „Es gibt da genaue Regeln für den Lärmschutz, die wir einhalten müssen“, sagt eine Firmensprecherin.

Wolfgang Wührer (Mitte) und seine Kollegen aus dem Vorstand des Kleingartenvereins sind entsetzt. 

Eine höhere Mauer im Norden statt einer zweiten im Süden hätte keinen Sinn ergeben, wie ein Sprecher der Bahn erklärt. „Der Lärm muss immer an der Quelle abgeschirmt werden.“ Für die Kleingärtner ist das freilich kein Trost – zehn ihrer Gärten liegen fortan im Schatten. Das ist nur was für die ganz Harten!

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