Wer stoppt die Verschandelung?

Kleingärtner-Grauen in Pasing: Hilfe, wir werden zugemüllt!

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Wolfgang Wührer (Vorsitzender), Christine Hoffmann und Hubert Hoffmann sind entsetzt darüber, wie ihre Kleingartenanlage verschandelt wird. Früher sei es hier sehr idyllisch gewesen.

Baumaterialien, ausgediente Fahrzeuge und provisorische Bauten: Die liebevoll gepflegte Kleingartenanlage an der Hildachstraße wird als Lagerplatz missbraucht. Wer unternimmt etwas gegen die Verschandelung?

München - Ärger um die Kleingartenanlage an der Hildachstraße: Ausrangierte Fahrzeuge, Bauschutt und Container verschandeln die Gegend um die liebevoll angelegten Gärten. „Ein Skandal“, schimpft Wolfgang Wührer, Vorsitzender der Anlage. „Das Gebiet verkommt zum reinsten Schandfleck – und niemand unternimmt etwas dagegen!“ 

Gartenhäuschen im Grünen. So schön könnte es in der Anlage an der Hildachstraße sein.

Seit den 1950er-Jahren gibt es die Anlage des Vereins Bahn-Landwirtschaft mit 100 Parzellen in Pasing direkt an den Bahngleisen. Früher sei es hier sehr idyllisch gewesen, sagt Pächterin Christine Hoffmann. Doch seit 2008 sei an Erholung nicht mehr zu denken. „Der Eigentümer macht uns das Leben zur Hölle. Er hat große Teile des Geländes an Kleingewerbe verpachtet – illegal!“ 

„Die Arbeiter wohnen sogar teilweise in den Häusern, aber das interessiert die Stadt nicht“, sagt Wührer. Provisorisch zusammengezimmerte Bauten reihen sich aneinander, hinter Absperrgittern türmen sich meterhoch Baustoffe. Sogar ein alter Bus steht hier. „Im Sommer haben wir keine ruhige Minute. Schwere Laster donnern hier durch, mittlerweile haben sich Schlaglöcher und riesige Pfützen gebildet“, sagt Christine Hoffmanns Schwiegervater Hubert Hoffmann. Die Bahn-Landwirtschaft ist der Generalpächter der Anlage. Der Verein liegt mit einem der Grundeigentümer seit Jahren im Streit. Erst im Dezember schlugen die Gartler der benachbarten Anlage an der Haberlandstraße Alarm: Derselbe Grundeigentümer habe Bäume fällen lassen und eine Fläche an einen Autohandel verpachtet. Das Planungsreferat bestätigte das illegale Vorgehen. Ermittlungen laufen. 

„Das sind alles Versuche, die Kleingärtner zu vertreiben“

Auch im aktuellen Fall hat sich die Stadt eingeschaltet. Planungssprecher Thorsten Vogel sagt: „Es wurde bereits eine Ortsbesichtigung durchgeführt. Nach Prüfung der Rechtslage wird die Lokalbaukommission über weitere Maßnahmen entscheiden.“ Florian Ritter war ebenfalls vor Ort. „Wenn es tatsächlich stimmt, dass dort Leute wohnen, ist das eine Geschichte, wo man einschreiten muss“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete. Für Karl-Heinz Bendner, Geschäftsführer des Bezirks München im Verein Bahn-Landwirtschaft, ist der Fall klar: „Das sind alles Versuche, die Kleingärtner zu vertreiben, um Gewinn aus den Grundstücken zu schlagen. Wir sind in gerichtlichen Auseinandersetzungen.“ Der Eigentümer will sich mit Verweis auf schwebende Gerichtsverfahren nicht äußern.

Lesen Sie hier den Bericht „Kleingärtner an der Hildachstraße sind entsetzt: Hilfe, wir werden zugemauert!“

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