Kurioser Feuerwehr-Großeinsatz

Meine Tochter (8) steckte in der Waschmaschine

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„Hier, in dieser kleinen Trommel, steckte meine achtjährige Tochter fest“: Alena S. (33) vor der Waschmaschine in ihrem Badezimmer in Neuaubing.

München - Kurioser Einsatz für die Münchner Feuerwehr: Die Einsatzkräfte mussten am Montagabend ein achtjähriges Mädchen aus einer Waschmaschine befreien.

Als ihre beiden Töchter rufen: „Maaaama, komm mal! Du musst uns helfen!“, rechnet Alena S. (33) mit allem. Aber nicht mit diesem Bild, das sich ihr im Badezimmer bietet: Ihre größere Tochter (8) steckt in der Waschmaschine fest, die sechsjährige Schwester steht mit großen Augen daneben. „Die Große war mit den Beinen drin, bis zum Bauchnabel – und stützte sich vorne kopfüber mit den Händen auf dem Boden ab“, erzählt die Mutter der tz.

„Das kann ja nicht so schwer sein“, denkt sich die Bankkauffrau, die an diesem Abend alleine in der Neuaubinger Vier-Zimmer-Wohnung ist – ihr Mann ist auf einer Weihnachtsfeier. Aber nichts da: Am Ende muss sogar die Feuerwehr anrücken – und die kommt mit 30 Mann inklusive Rettungsdienst zum Großeinsatz!

So spielte sich der kuriose Waschmaschinen-Fall ab: Es ist Montagabend gegen 18.30 Uhr. Familie S. ist fertig mit dem Abendessen, Mama Alena S. räumt in der Küche die Teller weg. „Meine Töchter sind wie immer schon mal ins Bad gegangen.“ Offenbar fand es die größere Tochter aber interessanter, mal zu sehen, ob sie mit ihren 1,40 Meter in die kleine Waschmaschinentrommel passt … Rein kommt sie – aber eben nicht mehr raus! Am Anfang ist die Tochter noch ganz entspannt und lacht. „Die Beine waren überkreuzt, ähnlich wie beim Schneidersitz, deshalb ging nichts vor und nichts zurück“, sagt Alena S. Drei Mal versucht die Mutter ganz vorsichtig, die Schülerin herausziehen. Da fängt das Mädchen doch an zu heulen. Das tut weh!

„Ich hatte Angst, sie zu verletzen,“ erinnert sich die Mutter. In ihrer Not weiß sie sich nicht anders zu helfen und ruft die 112. „Ich habe gesagt: ‚Mein Kind steckt in der Waschmaschine!‘ – und dachte, vielleicht kennen die ein paar Tricks.“ Die Feuerwehr aber rät ihr: „Machen Sie jetzt nichts mehr, wir kommen vorbei.“ Keine fünf Minuten später stehen die Einsatzkräfte in der Wohnung und im Hausflur. Alena S.: „Als ich das gesehen habe, wusste ich, die schaffen das.“

Die Feuerwehrler erklären der Mutter, dass sie zur Not die Waschmaschine aufschneiden würden. Im Einsatzwagen warten eine hydraulische Schere und anderes Werkzeug. Aber erst mal versuchen die Profis, eine Decke um die Kleine zu wickeln, um sie beim Rausziehen nicht zu verletzen – doch dafür ist zu wenig Platz. Also zerschneiden sie die Jeans des Mädchens mit einer Schere und wenden dann einen Trick an: Sie besprühen die Beine des Achtjährigen mit Spülmittel. Gleichzeitig drehen Beamte die Trommel. Da das Spülmittel als Gleitmittel dient, dauert es wenige Sekunden, bis Alenas Tochter endlich frei ist. Bis auf ein paar blaue Flecken ist sie völlig unversehrt!

„Sie hat gesagt, dass sie da nie wieder reinklettern wird.“ Mama Alena S. ist aber gar nicht böse, nur erleichtert. Und nimmt ihre Tochter überglücklich in die Arme.

Nina Bautz

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