19 Mietparteien sollen weg

96-jähriger Münchner muss aus Wohnung ausziehen - Unternehmen erklärt heftig umstrittene Pläne

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In der ehemaligen Eisenbahnersiedlung Pasings, in der heute noch einige Parteien wohnen, sollen zwei Wohnhäuser für einen Neubau weichen.

Das Immobilienunternehmen Vonovia will zwei Häuser abreißen und ein Hochhaus bauen. Deshalb müssen die 19 Mietparteien, die dort teilweise seit mehr als 45 Jahren leben, ausziehen.

München - Das Immobilienunternehmen Vonovia will zwei Häuser in der ehemaligen Eisenbahnersiedlung Pasings abreißen und stattdessen ein Hochhaus bauen. Deshalb müssen die 19 Mietparteien – darunter ein 96-Jähriger, ein 87-Jähriger und ein 76-Jähriger – ausziehen. Die Senioren haben nun Angst, dass sie den Umzug nicht mehr schaffen. Außerdem kritisieren die Bewohner, dass Vonovia keine Informationen zu Ablauf und Zeitplan herausgibt.

Das Unternehmen widerspricht dieser Darstellung. Es habe in einer Anwohnerversammlung umfassend informiert. Außerdem will Vonovia den Mietern andere Wohnungen aus seinem Bestand vermitteln und beim Umzug helfen. Der Mieterverein hält dies für ein faires Angebot.

Einige Bewohner wollen trotzdem nicht ausziehen. Welche Befürchtungen sie haben, was Vonovia nun vorhat und wie der Mieterbeirat helfen will, lesen Sie auf hallo-muenchen.de*.

Andreas Schwarzbauer

Für Entsetzen sorgt unterdessen auch eine Meldung aus dem Stadtteil Sendling. Zehn Azubis in einem Münchner Sozialbetrieb müssen jetzt ohne fertige Lehre gehen.

*hallo-muenchen.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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Kommentare

OWM42
(1)(0)

Ja, das ist auch ein Problem unsere Mietwohnungsmisere. Trotz veränderter Lebensumstände (Kinder aus dem Haus, Partner verstorben oder im Heim) - "Ich gehe nicht aus MEINER Wohnung. a. es ist die Wohnung des Vermieters und b. es gibt jede Menge Familien die eine große Wohnung zu einem niedrigen Preis gebrauchen könnten.
Früher war es selbstverständlich (!), dass die Älteren sich aus dem Wirtschaftshaus auf den Altenteil zurückgezogen haben um den Jungen den Weg frei zu machen.
Heute herrscht hier großer Egoismus - auch verständlich da keiner mehr ein Mehrgenerationenhaus mehr will bzw. aufgrund der beruflichen Mobilität nicht leisten kann.
Bei Hauseigentümern in dem Alter ist mehr Flexibilität zu sehen, da dort die Arbeit (Garten, Verwaltung, Renovierungen) und Kosten nicht mehr im Verhältnis stehen - soll man denen nun einen Gärtner stellen und die Renovierungen bezahlen weil man "einen alten Baum nicht verpflanzt"?

Schon im Zivildienst hatte ich mich Omas in den Haaren die 3-4 ZKBB für kleines Geld blockiert haben und sich über Mieterhöhungen beschweren (die Wohnungen waren bestens eingerichtet und die haben keine Flaschen sammeln müssen).

Für mich ist die Blockade von Familienwohnung bei Einzelpersonen (Mietwohnungen) eine soziale und wirtschaftliche Fehlbelegung.
Unsere Geriokratie ist nicht auf die Zukunft (Familie, Kinder) sondern auf die Vergangenheit (Senioren) ausgerichtet.
Der Respekt vor der Lebensleistung erfordert gewisse Zugeständnisse - aber irgendwann ist auch Schluss (ähnlich beim Autofahren).

LenaZoeAntwort
(0)(0)

Das lernt er ganz schnell und es ist einfacher von hier dort hin zu gehen als umgekehrt, das kannste glauben

MathematikerAntwort
(2)(0)

Es wird früher oder später zu Enteignungen kommen, das ist im Grunde statistisch belegt, nur darf das zur Zeit noch nicht öffentlich gemacht werden. Die Politik wählt hier die Salamitaktik. Nach dem Krieg mussten mehrere Millionen Menschen aus ehemaligen Gebieten aufgenommen werden, Wohnraum wurde vorübergehend zwangsenteignet. Der Familiennachzug von mehreren Millionen Geflüchteten wird auf eine ebenso hohe Zahl hinauslaufen. Ich begrüße Zwangsenteignungen von Deutschen. Wer heute glaubt, Eigentum ist sicher, der täuscht sich ganz gewaltig. Weder die Renten, noch Vermögen, noch Kapitalanlage, noch Eigentum ist sicher. Wir leben in einem quasi sozialistischen Staat, der sich von der Bevölkerung nimmt, was er braucht. Schon bald, wenn es wirtschaftlich kracht, werden Steuern massiv erhöht werden, Vermögen wird mit massiven Negativzinsen belegt, Eigentum wird teilenteignet, um Menschen unterzubringen.