Verkäuferin vor Gericht

Explosion in Pasinger Café: War es ein Inferno aus Rache?

Spuren der Verwüstung: In dem Café in Pasing war es vergangenen August zu einer Verpuffung gekommen.
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Spuren der Verwüstung: In dem Café in Pasing war es vergangenen August zu einer Verpuffung gekommen.

Die Explosion eines Cafés in Pasing verwüstete in München einen halben Straßenzug. Das war vergangenen August. Nun muss sich eine Ex-Mitarbeiterin des Cafés vor Gericht verantworten.

München - Die ganze Außenfassade ist zersplittert. Die Wände innen: verrußt und zerfetzt. Mitten in Pasing hat im August 2020 eine Explosion einen halben Straßenzug verwüstet – nur mit viel Glück wurde niemand ernsthaft verletzt. Seit gestern wird der Fall am Landgericht aufgearbeitet. Dort ist Jela C. (55) wegen schwerer Brandstiftung angeklagt. Die Österreicherin, Angestellte in dem Café, soll die Explosion laut Staatsanwaltschaft vorsätzlich herbeigeführt haben.

„Der Sachverhalt wird bestritten“, erwidert allerdings C.s Rechtsanwältin Julia Weinmann. Rund 100.000 Euro Schaden hatte der Brand verursacht. Seit fast einem Jahr sitzt Jela C. in Untersuchungshaft. Das Motiv für die Tat ist noch fraglich. War es Rache?

Explosion in Pasinger Café: Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe

Den Ermittlungen zufolge gab es mehrere Kundenbeschwerden über Jela C., die Besitzerin zitierte sie zum Gespräch, das auch dokumentiert ist. Von der Staatsanwaltschaft heißt es, dass Jela C. später „im Thekenbereich Ottokraftstoff verschüttete und diesen anzündete. Dadurch bildete sich ein explosives Gas-Luft-Gemisch und löste um genau 07:59:37 Uhr eine heftige Verpuffung und nachfolgend einen Vollbrand der Geschäftsräumlichkeiten aus.“

Jela C. (li.) hatte drei Jahre in dem Café gearbeitet – jetzt droht ihr eine Haftstrafe.

München: Nach Explosion in Pasing - Café in Schutt und Asche

Das Café lag in Schutt und Asche. Vier Polizisten waren bald am Tatort. Einer von ihnen sagt vor Gericht, vor dem Mehrfamilienhaus sei es chaotisch zugegangen. Der Anblick habe einem Anschlag geglichen. „Die Splitter waren 30 Meter weit geflogen – bis zum Bürgersteig auf der gegenüberliegenden Seite.“ Im Bereich des Hintereingangs fanden die Beamten einen roten Benzinkanister. Das sei der entscheidende Hinweis auf den mutmaßlichen Brandanschlag gewesen, den Jela C. bestreitet. Sie war seit 2017 in dem Café angestellt. Nun droht ihr eine lange Haftstrafe. Noch mehr Nachrichten aus München lesen Sie hier. Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert. *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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