Einmalig in ganz Bayern

Münchens erster Wutraum: Hier können Sie alles zertrümmern!

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Aggressionen abbauen: Das geht in Bayerns erstem "Wutraum" in Pasing. Wir haben mit dem Geschäftsführer Hartmut Mersch gesprochen (r.).

München - Mit dem Baseballschläger mal eben den Fernseher zerdeppern: In Pasing hat Bayerns erster "Wutraum" eröffnet. Wir haben mit dem Betreiber gesprochen.

Schon mal richtig sauer gewesen auf den Kollegen im Büro? Oder Lust gehabt, den Fernseher im Wohnzimmer mit einem Baseball-Schläger zu zertrümmern?

Für alle, die so richtig Dampf ablassen wollen, gibt es in Pasing jetzt den ersten "Wutraum" Bayerns. Das Konzept: "Zerstörung aus Leidenschaft". Die Kunden können, je nach gebuchtem Paket, ein komplett eingerichtetes Wohnzimmer oder Büro mit einem riesigen Hammer oder einem anderen Werkzeug der Wahl auseinander nehmen. Und das - weitgehend - ohne schlechtes Gewissen: Die Einrichtung der Zimmer stammt aus Entrümpelungen oder Wohnungsauflösungen, verrät Geschäftsführer Hartmut Mersch (35). Wir haben den gebürtigen Oberpfälzer im Interview gefragt, wie er auf die Idee zum "Wutraum" gekommen ist.

Hallo, Herr Mersch - heute schon was zerdeppert?

Hartmut Mersch: Seit meiner Geschäftsidee werde ich das komischerweise öfter gefragt (lacht). Nein, ich bin ein ganz ruhiger Typ. Es geht bei meinem Konzept auch nicht ums stupide Draufhauen - sondern um das Erlebnis. 

Und wie sieht das aus?

Hartmut Mersch: Zum Beispiel wenn meine Kunden für das erste Date zu mir kommen. Dann gibt es erst ein Candlelightdinner - und dann geht's ans Zerdeppern. Das ist doch mal was anderes als zum hundertsten Mal zum Italiener um die Ecke zu gehen. Dieses gemeinsame Erlebnis, das vergessen beide Beteiligten nicht so schnell.

Und für dieses Erlebnis können Ihre Kunden auch die passende Hintergrundmusik buchen. Was legen Sie am liebsten zum Zerstören auf?

Hartmut Mersch: Meine Favoriten sind Papa Roach, Rage against the Machine und Slipknot. Aber ich passe mich da auch gerne meinen Kunden an.

Wie sind sie überhaupt auf die Idee zu ihrem "Wutraum" gekommen?

Hartmut Mersch:Ich mag gerne bissl was Verrücktes. Und deswegen habe ich im Internet gesucht, was es für ausgeflippte Geschäftsmodelle aus den USA gibt. Da bin ich auf die Wutzimmer gestoßen. In Halle gibt es auch schon ein ähnliches Konzept. Mir ist aber meine Umsetzung mit Angebotspaketen besonders wichtig. Zum Beispiel für Junggesellenabschiede oder für Firmenfeiern. Außerdem gibt es bei mir auch einen Bar-Bereich zum Entspannen vor und nach dem Zerdeppern.

Und was bringt das ganze Zerstören?

Hartmut Mersch: Es ist ein Spaßfaktor - mit einer unglaublichen Adrenalinausschüttung. Nach zwei, drei Schlägen werden Sie sich selbst nicht mehr erkennen. Außerdem können meine Kunden so Stress abbauen.

Sind die Münchner nicht zu gemütlich für Ihr Angebot?

Hartmut Mersch: Nein, auf keinen Fall. Viele Münchner arbeiten im Büro und müssen sich mal richtig auspowern. Außerdem sind die Leute hier weltoffen - und probieren gerne mal etwas aus. Wenn mein Konzept irgendwo fruchtet, dann in München.

"Wutraum München", Landsbergerstraße 462, 81241 München, Preise: ab 139 Euro für zwei Personen.

Das Interview führte Ramona Weise

 

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