Skandal um Rosi

Pasinger Bordell-Schaf aus Nürnberger Tierpark gekidnappt

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Rotkopfschäfchen Rosi lebt derzeit bei der Münchner Tierfreundin Elke und ihrer kleinen Schafherde. Bald ist Rosi wieder bei ihrer Familie in Nürnberg.

München/Nürnberg - Skandal im Münchner Sperrbezirk: Das von der Polizei in einem Pasinger Bordell beschlagnahmte Lamm wurde aus dem Nürnberger Tiergarten gekidnappt. Die Hintergründe, die nun ans Licht kamen, machen die ganze Geschichte noch viel verrückter.

Als eine Mitarbeiterin des Nürnberger Tiergartens am Mittwoch in der Früh die Nachrichten gehört hat, hat sie sich erst mal über München gewundert. Da hat die Polizei nämlich ein Lämmchen in einem Bordell in Pasing beschlagnahmt. Skandal im Sperrbezirk – und gleichzeitig ein abgängiges Nürnberger Lämmchen namens Rosi … Und beides gehört zusammen, wie die Tierpflegerin feststellte, als sie sich das Münchner Lämmchen im Internet anschaute. Eindeutig erkannte sie Rosi, das abgängige Lamm aus dem Nürnberger Kinderzoo!

"Rosi muss gequiekt haben, als sie von ihrer Herde getrennt wurde"

Aus dem Tiergarten war das drei Wochen alte Tier am 11. Mai, zwischen 11.30 und 13 Uhr verschwunden. Die Mitarbeiter suchten sogar im Teich – wär ja möglich gewesen, dass Rosi ertrunken wäre. „Das Verschwinden war uns unerklärlich. Wir haben das als eines der großen Mysterien unserer Tierbestandsveränderungen akzeptieren müssen“, sagt Zoodirektor Dag Encke. Traurig war’s besonders für diejenigen, die Rosi mit der Flasche aufzogen. Die Mutter hatte das Lämmchen nicht angenommen.

Rosi war an diesem Montag mit ihrer Familie im Gehege. Der Tiergarten ist gut besucht – doch irgendwie muss es der Prostituierten Jeanette (25) oder einem Bekannten gelungen sein, das Lämmchen unbemerkt aus dem Zoo zu bringen. Dass das Tier ausgebüxt ist, hält der Tiergartenchef nicht für möglich. „Die Rosi muss gequiekt und gemeckert haben, als sie von ihrer Herde getrennt wurde“, so Encke.

Veterinäramt hatte der Prostituierten schon einmal 25 unterernährte Schafe weggenommen

Die Prostituierte, bei der Rosi in München gefunden wurde, hieß früher Kai. Als die Transsexuelle noch in Wuppertal wohnte, hat das dortige Veterinäramt ihr Tierhaltung verboten und ihr eine Herde mit 25 unterernährten Schafen weggenommen.

Die Rosi war aber wohlauf, als die Polizei sie am 18. Mai befreite. Das Tier wurde wohl nicht für sexuelle Handlungen missbraucht. Nur der Magen knurrte – deshalb gab’s eine große Flasche Milch von der Polizei.

Im Tierheim, wo Rosi landete, war man sich nicht sicher, ob’s nun ein Schaf oder eine Ziege ist. Erst eine Internet-Recherche zeigte, dass es sich um ein seltenes Rotkopfschaf handelt. Rosi kam in die Obhut einer Münchnerin, die bereits mehrere Schafe hat. Und wäre dort geblieben, wenn die Gschicht vom Lamm im Bordell nicht so verrückt wäre, dass auch in Nürnberg darüber berichtet wurde.

Bald kommt Rosi zurück nach Nürnberg. Zuerst muss sie in Quarantäne, aber Mama und Bruder dürfen mit. In einem Monat kann die Rosi den anderen Rotkopfschafen von ihren Rotlicht-Abenteuern vormeckern.

Skandal um Rosi: Das süße Lamm aus dem Bordell

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Jasmin Menrad

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