Lesereihe in der Jugendbibliothek

Promis verraten die Helden ihrer Kindheit

+
Münchner Promis verraten ihre liebsten Kinderbücher. 

Monika Gruber, Harry G, Jutta Speidel - Prominente erzählen in einer neuen Lesereihe, welche Helden sie geprägt haben. Heute ist der Auftakt.

München - Der kleine Häwelmann, Max und Moritz, Tom Sawyer, Pippi Langstrumpf, das Sams oder die Fünf Freunde sind nur einige literarische Helden, die die Kindheit von so manchem geprägt und bereichert haben dürften. Wie gerne wäre man einmal in Bullerbü, Lummerland oder in der Villa Kunterbunt gewesen. Oder vielleicht zusammen mit Tom Sawyer und Huckleberry Finn über den Mississipi River geschippert. Manche Geschichten prägen die Kindheit, andere wirken vielleicht bis heute nach.

Am heutigen Dienstag startet die „Stiftung Internationale Jugendbibliothek“ eine neue Veranstaltungsreihe unter dem Titel „Bücher der Kindheit“. Hierbei werden prominente Gäste aus Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik dazu eingeladen, sich genau an diese Zeit zurückzuerinnern. An frühere Leseerlebnisse und an prägende Bücher soll sich erinnert werden. Vielleicht gab es auch Geschichten, die überhaupt nicht dem eigenen Geschmack entsprachen, Und welche Bücher konnte man als Kind gar nicht mehr aus der Hand geben? Erster Gast ist heute die Verlegerin Antje Kunstmann. Sie verlegt seit den siebziger Jahren Sachbücher, Belletristik und Bilderbücher. Seit 1990 in dem nach ihr benannten Verlag Antje Kunstmann. Sie wird über ihre persönlichen Leseerfahrungen als Kind, Mutter und Bücherfrau erzählen.

Monika Gruber: Ich habe fast alle Bücher von Astrid Lindgren verschlungen. Zum Geburtstag und Namenstag habe ich mir immer ein neues Buch gewünscht. Ihre Geschichten waren immer so humorvoll und fantasiereich und hatten starke Kinderfiguren. Es ist eine Schande, dass sie nie den Friedensnobelpreis für ihre Arbeit bekommen hat. Ganz besonders mochte ich Pippi Langstrumpf. Allein die Idee, dass ein kleines Mädchen stärker ist als alle Männer auf der Welt – super! Das wäre für mich auch das Buch, das ich mit auf eine einsame Insel nehmen würde.

Harry G: Mein schönstes Kinderbuch ist „Die Digedags am Mississippi“. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie ich zu dem Buch kam. Aber es hat mich fasziniert. Eine großartige Abenteuergeschichte mit ganz tollen Zeichnungen. Ich werde es gleich im Keller suchen, ob ich es noch habe – dann bekommt mein Sohn es auch.

Jutta Speidel: Ich habe die „Geheimnis um...“-Bücher von Enid Blyton geliebt. Das sind ja Kinderkrimis. Ich fand es wahnsinnig aufregend, dass eine Clique aus fünf jungen Freunden wie Miss Marple unterwegs sind und knifflige Fälle lösen. Deshalb wollte ich auch unbedingt Geheimdetektiv sein. Mit drei Freundinnen habe ich dann auch so eine Clique gegründet. Wir haben Geheimnisse aufgespürt und Fälle gelöst. Wir haben das sehr ernst genommen und waren uns sicher, dass wir einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Meine Kinder haben die Bücher auch gelesen, waren aber lange nicht mit so großer Begeisterung dabei wie ich. Das war ich schon etwas enttäuscht.

Rainer Langhans: In der frühen Kindheit mochte ich „Peterchens Mondfahrt“ besonders. Das war ja wie eine Art Himmelfahrt. Der Mond war damals wie eine andere Welt, in der es dem Käfer Herr Sumsemann besser geht als auf der Erde. Etwas älter war es der „Struwwelpeter“. Es gab sogar mal eine revolutionäre Ausgabe mit einem mir ähnelnden Struwwelpeter.

Willy Michl: Mich haben drei Bücher geprägt. „Lederstrumpf“ von James Fenimore Cooper, „Die Söhne der großen Bärin“ von Liselotte Welskopf-Henrich und „Sturmwolke“ von Logan Forster. Diese Bücher waren die Initialzündung für mein Leben. Ich habe sie jeden Tag gelesen – ich war schon damals ein kleiner Indianer. Bei „Lederstrumpf“ hat mich die Tapferkeit von Falkenauge fasziniert. „Die Söhne der großen Bärin“ ist eine tolle Freiheitsgeschichte. Bei „Sturmwolke“ geht es um ein Pferd, das durch die Hilfe eines Medizinmannes wieder gesund wird und ein großes Rennen gewinnt. Der Indianerjunge hatte versprochen, sich nicht die Haare abzuschneiden, wenn sein Freund wieder gesund wird. Das fand ich sehr geil, weil langes Haar ist wunderbar.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr in der Internationalen Jugendbibliothek auf Schloss Blutenburg, Seldweg 15, Christa-Spangenberg-Saal. Die Reihe wird am 14. November fortgesetzt.

Lesen Sie hier: Jugendbibliothek in der Blutenburg - Tausende wertvolle Schriften gerettet.

Lisa-Marie Birnbeck

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Deshalb machten die SWM 2016 Millionenverluste
Deshalb machten die SWM 2016 Millionenverluste
Faktencheck: Darum kostet die Wohnungsnot die Stadt Millionen
Faktencheck: Darum kostet die Wohnungsnot die Stadt Millionen
Fast 30 BMW geknackt: So dreist ging die Navi-Bande vor
Fast 30 BMW geknackt: So dreist ging die Navi-Bande vor

Kommentare