Schwarzbau in Pasing

Wie dreist! 15 Bäume gefällt und Autohandel eröffnet

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Der illegale Kahlschlag zugunsten des Autohandels empört SPD-Politiker Florian Ritter.

Kahlschlag in Pasing! Wo bis vor Kurzem noch Bäume standen, befindet sich jetzt ein Autohandel – illegal. Werden jetzt die Kleingärtner vertrieben?

München - Florian Ritter ist fassungslos. „Die Eingriffe sind massiv und ohne Genehmigung. Das ist schon ein starkes Stück“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete. Bürger haben den Politiker auf die Rodungen an der Lortzingstraße aufmerksam gemacht. Die SPD ist alarmiert.

An die 15 große, alte Bäume seien entlang der Lortzingstraße gefällt worden. „Das Gelände wurde planiert und jetzt hat dort ein Autohandel eröffnet, unserer Auffassung nach ein Schwarzbau“, sagt Ritters Parteikollege, SPD-Stadtrat Christian Müller.

Das bestätigt Ingo Trömer vom Planungsreferat auf Merkur-Anfrage: „Der Autohandel und die Baumfällungen sind definitiv nicht genehmigt und an dieser Stelle auch nicht genehmigungsfähig. Beide Vorgänge werden von der Lokalbaukommission jetzt untersucht.“ Mögliche Konsequenzen für den Verursacher kann Trömer noch nicht abschätzen. „Es ist alles noch in der Prüfung“, so der Sprecher.

Der Autohandel und die Baumfällungen sind definitiv nicht genehmigt worden.

Die Politiker sind beunruhigt. Denn es habe schon einmal einen Versuch gegeben, das Areal zu bebauen: „Wir sind uns sicher, dass erneut ein Grundstückseigentümer versucht, entgegen der Ausweisung im Flächennutzungsplan und jeglichen Baurechts Gewinn aus einem Grundstück zu schlagen“, sagt Ritter. Diese Befürchtung hat auch Karl-Heinz Bendner, Geschäftsführer des Bezirks München im Verein Bahn-Landwirtschaft. 

Kleingärtner in Sorge 

Das Gelände an der Lortzingstraße, auf dem die Bäume gefällt wurden, befindet sich in direkter Nachbarschaft der Kleingartenanlage des Vereins an der Haberlandstraße. „Das ist nur ein weiterer Versuch, die Kleingärtner von hier zu vertreiben“, empört sich Bendner. 

Im Jahr 2010 hatte die Deutsche Bahn die Anlage an der Haberlandstraße an zwei Privatinvestoren verkauft. Einer davon ist Stefan Berth von der Fortune Grundstücksverwaltung GmbH in München. Schon damals ging die Angst um bei den Pächtern der 144 Parzellen: Was will ein Privater mit Kleingärten? Bendner: „Die Eigentümer wollen uns rausklagen, um das Areal gewinnbringend zu nutzen. Mittlerweile sind wir in gerichtlichen Auseinandersetzungen. Die Investoren versuchen mit irgendwelchen Argumenten, den Generalpachtvertrag zu kündigen.“

Laut Stadtrat Müller war ein Eigentümer bereits beim Planungsreferat vorstellig und versuchte, die Behörden von einer Wohnbebauung zu überzeugen. Müller: „Nachdem das nicht erfolgreich war, versucht man jetzt wohl Fakten zu schaffen.“ Aber soweit wollen es die Stadträte nicht kommen lassen: Sie haben alle Schäden dokumentiert und ans Planungsreferat geschickt. Auch der Bezirksausschuss soll eingeschaltet werden. Die Forderungen: „Der ursprüngliche Zustand soll umgehend wieder hergestellt werden“, wettert Ritter. Dabei sei völlig klar: „Alle Kleingärten in Pasing müssen erhalten werden.“

Stefan Berth wollte sich auf Merkur-Anfrage nicht zum Sachverhalt äußern.

Von Daniela Schmitt

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