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Obermenzingerin vor rund 8000 Zuschauern

Luftgitarren-WM: Diese Münchnerin ist dabei

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Sabrina Schramm (23) freut sich auf ihren Auftritt in Oulo (Finnland) bei der Luftgitarren-WM.

München/Oulo - Sabrina Schramm ist eine Virtuosin ohne Sound. Sie spielt Luftgitarre. Ab Mittwoch tritt sie bei der Luftgitarren-Weltmeisterschaft im finnischen Oulo an.

Hier sehen Sie die 23-jährige Sabrina Schramm aus Obermenzing beim Ausüben ihrer luftigen Leidenschaft: Sie ist eine Virtuosin ohne Sound. Sie spielt Luftgitarre. Und zwar so gut, dass sie bei der am Mittwoch beginnenden Luftgitarren-Weltmeisterschaft im finnischen Oulo mitmachen darf.

Bayerische und Deutsche Meisterin ist Sabrina schon. Der Rock liegt ihr in den Genen: Beide Eltern sind große Fans dieser Musik und nehmen ihre Tochter bis heute mit auf Konzerte. Schon als Mädel habe sie begeistert Queen, Tina Turner oder Rod Stewart gehört. „Da hab ich natürlich auch ausprobiert, Luftgitarre zu spielen“, sagt die junge Dame.

Virtuos!

Dass sie mal um den WM-Titel kämpfen würde, hätte sie sich bis vor Kurzem nicht träumen lassen. Auslöser war 2013 eine Werbung im Backstage für die 1. Bayerische Meisterschaft. „Ich hab mich aus Jux angemeldet.“ Bedingung war allerdings, dass der kürzliche Bänderriss sie nicht daran hinderte, auf den Knien durchs Wohnzimmer zu rutschen. Denn das Rutschen auf der Bühne gehört zum Repertoire, ebenso wie etwa die „Windmühle“, bei der der Kopf herumgeworfen wird, und der „Entengang“ – das ist die typische Fortbewegungsart des Bluesrock-Gottes Angus Young von AC/DC. Schramm weiß: „Du musst dich bewegen, dann nimmst du das Publikum erst richtig mit. Nur die Griffe auf der imaginären Gitarre nachzumachen, ist zu langweilig.“

Sabrina Schramm gibt alles.

Auf der Bühne nennt sich Sabrina Schramm „Lady Liberty“. Dafür hat ihr die Oma der besten Freundin extra eine große US-Flagge genäht. „Ich will den Freiheitsgedanken vermitteln“, sagt die Münchnerin. Die Idee dazu kam mit dem Song Lady Liberty der englischen Punkband Racid, mit dem sie jedes Mal ihr Spiel startet.

Nicht nur die Bayern, auch die Deutschen waren vom Energiebündel aus Obermenzing begeistert. Die deutsche Jury in Koblenz hat sie mit ihrer „unglaublichen Liebe zur Musik“ überzeugt. Damit hat sich die Marketing-Kauffrau für die Teilnahme an der 29. Weltmeisterschaft in Finnland qualifiziert.

Schramm wird gegen etwa 25 Konkurrenten um die begehrte Trophäe – sinnigerweise eine gläserne Gitarre – kämpfen. Noch fabrizieren vor allem die Männer heiße Luft. Noch …

Im finnischen Oulo wird unsere Frau fürs Luftige vor rund 8000 Zuschauern spielen. Aufgeregt? „Klar. Und ich müsste noch an meiner Kondition arbeiten, weil es sicher anstrengend wird.“ Der Rest ergibt sich, da ist sie sich sicher, von selbst: „Auf der Bühne habe ich einfach nur Spaß und mache, was ich fühle.“

Wenn Sabrina losrockt, dann möchte man gleich mitmachen – und genau das ist die „Airness“, eine der wichtigsten Kriterien für die Bewerbung. Entscheidend ist: Das Publikum muss irgendwann denken, dass der Luftikus wirklich eine Gitarre in den Händen hält. Wie das funktionieren kann? Schramm: „Vielleicht ist es so, wie wenn man sich selbst ein wenig verliert.“ Verlieren, um zu gewinnen.

M. Wehrl-Herr

Luftgitarren-WM: Die schrägsten Bilder

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tz-Stichwort Luftgitarre

Luftgitarre kann wirklich jeder spielen – weil man dazu nur Luft und keine Gitarre braucht. Dass sich der lautlose Virtuose möglichst passend zur Musik bewegt, versteht sich von selbst. Populär wurde die Luftgitarre bereits vor 45 Jahren, auf Woodstock. Der „Urvater“ des Phänomens ist wohl Joe Cocker, der sein Spiel live mit Gesang begleitete. Vor allem im Hard Rock, Heavy Metal und Punk ist die Luftgitarre zu Hause. Seit 1996 gibt’s im finnischen Oulu die dazugehörige WM. Jeder Teilnehmer hat 60 Sekunden Zeit, um die Luft zum Brennen zu bringen.

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