Umweltreferat winkt ab

Warum es an der Würm keine Surfwelle geben wird

Die perfekte Welle finden Surfer im Eisbach. An der Würm wird es wohl keine neue Welle geben. archivfoto: schlaf

Umweltreferentin: Für eine stabile Welle wäre eine Verengung des Wasserlaufs nötig – die sei aber nicht genehmigungsfähig.

München - An der Würm wird es keine Surfwelle geben. Diese Einschätzung hat Münchens Umweltreferentin Stephanie Jacobs abgegeben. Stadträte von SPD und CSU hatten entsprechende Anfragen gestellt. Wie berichtet plant die Stadt, weitere surfbare Wellen in der Stadt zu bauen. Bisher gibt es zwei Wellen – eine am Eisbach, eine an der Floßlände.

Die Würm stehe unter der Aufsicht des Freistaats und sei ein Gewässer erster Ordnung, führt Jacobs in ihrer Antwort aus. Schon jetzt habe die Würm Probleme mit der Durchgängigkeit des Wasserlaufs. Für eine stabile Surfwelle seien die Fließgeschwindigkeiten derzeit zu gering. Deshalb müsste die Würm durch künstliche Einbauten, also Verengungen im Bereich der Surfwelle, beschleunigt werden. Das aber sei aus umweltpolitischen Gründen nicht erwünscht. Den Abflussquerschnitt zu verengen, um eine Surfwelle aufzustauen, widerspreche den Vorgaben des Wasserhaushaltsgesetzes, das die ökologische Durchgängigkeit von Gewässern fordere, schreibt Jacobs. „Da der Zustand der Würm aufgrund der fehlenden Durchgängigkeit des Gewässers bereits jetzt als mäßig anzusehen ist, stellen weitere Einbauten eine Verschlechterung dar: Maßnahmen, die zur Verschlechterung des ökologischen Zustands eines Gewässers führen, sind aber unzulässig.“

Letztlich, bilanziert die Umweltreferentin, sei der Bau einer Surfwelle an der Würm nicht genehmigungsfähig. „Erschwerend kommt hinzu, dass an der Würm seit Beginn 2010 ein Überschwemmungsgebiet festgesetzt ist.“ Jede Verschlechterung der Abflusssituation, die eben durch die Einbauten entstehen könnte, sei nicht hinnehmbar. Jacobs rät davon ab, überhaupt finanzielle Mittel für eine Machbarkeitsstudie zu bewilligen.

Hauptziel im Falle der Würm ist laut Jacobs, die Erlebbarkeit für die Bürger zu verbessern. Denn bisher sind viele Bereiche kaum zugänglich. Im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutz sollten ökologische Verbesserungen umgesetzt werden, rät Jacobs. „Dazu gehören weitere Maßnahmen zur Herstellung der Durchgängigkeit des Gewässers und Verbesserungen in den Wasserwechselzonen am Ufer. Bei weiteren Renaturierungsmaßnahmen könnten vermehrt Zugänge an die Würm geschaffen werden, um so die Erlebbarkeit der Würm zu verbessern und dem zunehmenden Erholungsbedürfnis einer wachsenden Stadtbevölkerung Rechnung zu tragen.“

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