21-Jähriger legt Geständnis ab

Wegen Schulden bei seinem Dealer überfiel er eine Shisha-Bar

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Er hat ein Pasinger Lokal überfallen: Vor Gericht hat sich der 21-Jährige bei seinem Opfer entschuldigt.

Ein 21-Jähriger überfiel eine Shisha-Bar in Pasing, weil er nicht wusste, wie er seine Ausstände bei seinem Dealer begleichen soll. Vor Gericht entschuldigte er sich.

Neun Monate ist es her, dass Salman F. (Name geändert) in den Lauf einer Pistole blickte. Er sagt: „Ich habe den Tod gesehen.“ Noch heute tritt dem 31-Jährigen kalter Schweiß auf die Stirn, wenn er über den Abend des 14. Oktober spricht. Er reibt seine Hände, kriegt Gänsehaut. „Ich war psychisch kaputt“, sagt er. Er ist als Zeuge geladen, der Angeklagte ist der Mann, der ihm damals die Gaspistole ins Gesicht hielt.

Friedrich R. (Name geändert), der eine Lehre zum Einzelhandelskaufmann abgebrochen hat, räumt die Tat ein. Am Abend des Überfalls dröhnt er sich mit Weißwein zu, löst ein starkes Schmerzmittel in Whiskey auf. Mit dem Rad fährt er zu der Shisha-Bar an der Pasinger Verdistraße, wo Salman F. hinter dem Tresen steht.

„Es hat geknallt, und plötzlich flogen die Wasserpfeifen durch die Luft“, erinnert sich F. Er hebt den Kopf und sieht einen schwarz maskierten Mann vor sich, der eine Waffe auf ihn richtet. „Geld her“, sagt der Mann und wirft einen Turnbeutel auf die Theke. Als F. der Aufforderung nicht nachkommt, feuert der Maskierte abermals mit der Pistole. „Ich wusste nicht, dass das keine scharfe Waffe war“, sagt F. „Ich hatte noch nie eine in der Hand. Ich dachte nur, dass ich nicht sterben will und mir das Geld egal ist.“ Er packt seinen Bedienungsgeldbeutel ein – Friedrich R. entkommt auf einem Rennrad.

Als der Richter den Täter fragt, warum er den Überfall begangen habe, gibt dieser an, 2000 Euro Schulden bei seinem Drogendealer gehabt zu haben, weitere 300 Euro bei einer guten Freundin. Die Shisha-Bar verlässt er mit 900 Euro Beute.

Als Salman F. als Zeuge auftritt, entschuldigt sich der 21-Jährige. Salman F. nimmt die Entschuldigung an, sagt: „Danach hatte ich Panikattacken, ich habe meinen Job verloren, habe mich gefürchtet, wenn es dunkel wurde.“ Er verstehe nicht, warum sich ein junger Mensch wegen etwas Geld seine Zukunft verbaue. „Wärst du in den Laden gekommen und hättest gesagt, dass du Hilfe brauchst, hätten wir dir geholfen.“

R. sitzt seit Oktober in Untersuchungshaft. Am 2. August soll es ein Urteil geben.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Pasing – mein Viertel“.

Tobias Scharnagl

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