Neunjähriger schwer verletzt

Im Westbad: Bub stürzt in Schacht - Betreiber wohl schuldlos

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Das Westbad in Pasing. 

Unglück im Münchner Westbad: Am Mittwoch ist dort ein Kind in einen tiefen Schacht gestürzt. Wie das Unglück passieren konnte, war zunächst unklar. Nun gibt es genauere Informationen.  

München - Unglück in Pasing: Ein Neunjähriger ist am Mittwoch auf dem Gelände des Westbads in einen fünf Meter tiefen Schacht gestürzt und hat sich dabei einen Schädelbruch zugezogen. Weil der genaue Unfallhergang ebenso wenig geklärt ist wie die Schuldfrage, hat jetzt die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen.

Der Bub war mit seinem Vater und anderen Kindern zum Schwimmen in das Freibad gekommen. In einem unbeobachteten Moment soll der Schüler das Gitter eines Schachts, der als Notausstieg dient, angehoben und hochgeklappt haben. Augenzeugen berichteten, der Neunjährige habe versucht, über Gitter und Schacht zu springen.

Kopfüber fünf Meter in Schacht gestürzt

Schließlich kam es zu dem tragischen Vorfall: Der Bub blieb mit seinem Knie an dem Gitter hängen und stürzte kopfüber in den fünf Meter tiefen Schacht. Zunächst verfing sich sein Körper an einer Sprosse der Ausstiegsleiter, dann schlug er auf dem Betonboden auf. Der Schüler war sofort bewusstlos, sein Vater entdeckte ihn.

Auch andere Badegäste bekamen den Vorfall mit. „Das waren schlimme Szenen, auf einmal waren ganz viele Ärzte da“, sagte eine junge Mutter am Tag danach. Auch der ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 1“ wurde ans Westbad beordert. Er brachte den Schüler sofort in ein Krankenhaus. Diagnose: Schädelbruch. „Lebensgefahr besteht aber derzeit nicht“, gibt die Polizei vorsichtig Entwarnung.

Badbetreiber trifft wohl keine Schuld

Ob für den Unfall jemand zur Verantwortung gezogen werden kann, ist noch nicht geklärt. „Derzeit sieht es nicht danach aus, dass es seitens des Badbetreibers zu Verstößen gegen die Sicherheitsvorkehrungen gekommen ist“, sagt Polizei-Sprecher Werner Kraus. Ein Notausstieg sei nun mal nicht komplett verriegelt.

Die Stadtwerke München zeigen sich als Betreiber des Westbads betroffen: „Wir möchten den polizeilichen Ermittlungen nicht vorgreifen. Wir bedauern den Unfall sehr und hoffen, dass es dem Jungen bald besser geht. Selbstverständlich unterstützen wir die Polizei bei ihren Ermittlungen“, sagte SWM-Sprecher Christian Miehling.

J. Heininger, V. Tschirpke

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