15-Jähriger reagiert gedankenschnell

Feuerhölle in Pasing

München - Ein Schaden von mehreren hunderttausend Euro ist bei einem verheerenden Brand in einem Reihenhaus in München am Montagabend entstanden. Ein 15-Jähriger reagierte gedankenschnell.

Jemand hat wie wild an meiner Tür geklopft“, erinnert sich Wolfgang Hänel (77). Als der Rentner am späten Montagabend die Tür seines Reihenhauses an der Anton-Meindl-Straße öffnete, stand das Nachbargebäude schon in Flammen! „Das Feuer wütete im ersten Stock. Ich flüchtete auf die Straßenseite gegenüber“, berichtet er gegenüber der tz. Die Feuerhölle von Pasing!

Bilder vom Unglücksort

Pasing: Reihenhaus in Flammen

Kurz darauf versammelten sich immer mehr Nachbarn auf der Straße, alarmierten die Feuerwehr. Doch die Einsatzkräfte standen vor einem Problem: Das brennende Haus eines quer zur Straßenrichtung stehenden Vierspänners steht ganz hinten, inmitten dicht mit Bäumen und Büschen bewachsenen Gärten. Mit kleinen Leitern versuchten die Feuerwehrleute an die Fenster heranzukommen. Dabei wurde ein Retter durch einen herabfallenden Dachziegel am Helm getroffen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. Den Löschangriff startete die Feuerwehr schließlich durch das Haus von Wolfgang Hänel. Die Flammen hatten da bereits auf sein Dach übergegriffen. Ein Glück, dass seine Ehefrau gerade eine Reise mache, so Hänel: „Sie hätte sonst einen Schock gekriegt.“

So wie die 82-jährige Bewohnerin des in hellen Flammen stehenden Hauses, sie konnte sich zum Glück selbst in Sicherheit bringen. Ihr geschiedener Ehemann war beim Ausbruch des Feuer nicht daheim. Die Frau kam jetzt erst einmal bei ihrem Nachbarn Helmut Costa unter. Costa zur tz: „Sie kann bei uns wohnen, bis sie eine neue Bleibe hat.“

Der Schaden geht in die Hunderttausende. Brandfahnder und ein LKA-Gutachter ermitteln jetzt die Ursache. Nach tz-Informationen waren Sicherungen im Brandhaus mit einem Klebeband manipuliert gewesen.

Niklas (15) alarmiert Feuerwehr!

Der 15-jährige Niklas Wörle war der erste, der die Feuerwehr alarmierte. „Ich kam vom Bogenschießen heim“, erzählt er. Von seinem Dachfenster sah er auf das Nachbarhaus: „Es hat unter den Ziegeln herausgequalmt.“ Während Niklas die 112 wählte, eilte sein Vater zur benachbarten Häuserreihe. Klaus Wörle zur tz: „Ich habe überall geklingelt und die Leute herausgeholt. Die Tür beim Brandhaus stand offen.“ Später erfuhr er, dass die Bewohnerin in Sicherheit war. Unterdessen wurde der Brand immer schlimmer: „Die Entwicklung war dramatisch, die Flammen schlugen meterhoch aus dem Dach.“ Niklas: „Das war eine mächtige Stichflamme, die kam ganz plötzlich.“ Unter die Schaulustigen mischten sich Vater und Sohn bewusst nicht – „um die Feuerwehr nicht zu behindern".

Eberhard Unfried

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