In Pasing wäre fast evakuiert worden

Wirbel um die Beinahe-Bombe

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Fast hätten viele Bürger ihre Wohnungen verlassen müssen

München - Tausende Pasinger Bürger sind am Donnerstag nur um Haaresbreite einer großen Evakuierung entgangen – im Ausmaß vergleichbar mit dem Geschehen um die Schwabinger Bombe im vergangenen Sommer.

Vorausgegangen war jetzt in Pasing ein mehrstündiger Disput, an dessen Ende einer der Experten keine Verantwortung für die Folgen eines Ausgrabungsversuches übernehmen wollte. Im Rahmen der Bauarbeiten am Pasinger Bahnhofsplatz war am Mittwoch ein verdächtiger Gegenstand in 4,5 Metern Tiefe geortet worden. Die Gegend war im Zweiten Weltkrieg massiv bombardiert worden. 90 Prozent dieser Bomben hatten einen Aufschlagzünder. Zehn Prozent jedoch waren mit Langzeitzündern ausgestattet. In Anbetracht des enormen Aufwands und auch wegen der Gefahr von Panik-Reaktionen in der Bevölkerung verlangte der Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr eine zweite Meinung. Also wurde ein weiterer Experte des Kampfmittelräumdienstes Tauber aus Kelheim von der Polizei auf dem geraden Weg nach München eskortiert. Um 20 Uhr traf der Mann in Pasing ein. Nach einer weiteren Beratung kam er zusammen mit dem Einsatzleiter der Berufsfeuerwehr zu dem Schluss, dass man eine Grabung riskieren könne.

Bilder: Bomben-Alarm am Pasinger Bahnhof

Bilder: Bomben-Alarm am Pasinger Bahnhof

Um 20.40 Uhr begann der Spezialbagger, die Erdschichten über der Fundstelle vorsichtig abzutragen. Um 0.40 Uhr war klar: Die verdächtige, rötliche Struktur in der Erde war zwar ein alter Bombenkrater, in dem auch noch alte Bombensplitter lagen. Eine Bombe jedoch war da nicht mehr. Damit war der Einsatz beendet – und die Evakuierung vom Tisch.

D. Plange

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