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Pasinger Klinik muss Sterilgut-Abteilung schließen

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Das Klinikum München Pasing hat Probleme mit seiner Zentralsterilisation.

München - Ein halbes Jahr nach dem Hygiene-Skandal im städtischen Klinikum Bogenhausen ist am Freitag erneut die Sterilgut-Abteilung eines Münchner Krankenhauses auf behördliche Anweisung geschlossen worden.

Betroffen ist diesmal das privat betriebene Klinikum München Pasing.

Die amtlichen Prüfer kamen unangemeldet und strebten der Zentralsterilisation der Klinik am Pasinger Steinerweg zu. Eine „anlassbezogene Kontrolle“ sei am Donnerstag durchgeführt worden, teilte die Regierung von Oberbayern am Freitag auf Anfrage mit.

Das heißt: Die Behörde war über Unregelmäßigkeiten informiert worden. Von wem? Kein Kommentar. Nur soviel: In Absprache mit dem Münchner Gesundheitsreferat (RGU) sahen sich Experten der Gewerbeaufsicht um. Sie entdeckten laut Regierung Mängel „sowohl in der Dokumentation als auch in den Prozessen“. Diese Mängel schienen den Fachleuten so schwerwiegend, dass sie eine mündliche Anordnung mit sofortiger Wirkung aussprachen: OP-Besteck und anderes Gerät, das in der klinikeigenen Sterilgutaufbereitung gereinigt und aufbereitet wurde, darf bis auf Weiteres nicht mehr eingesetzt werden.

Der Fall erinnert an den Skandal am städtischen Klinikum Bogenhausen im Sommer. Aus der dortigen Sterilgut-Aufbereitung war verdrecktes Gerät in die OP-Säle geliefert worden. Auch hier hatte das RGU einen sofortigen Stopp der Sterilgut-Aufbereitung verfügt. Zahlreiche Operationen in Bogenhausen und Neuperlach wurden in der Folgezeit abgesagt oder verschoben. Drei Geschäftsführer der städtischen Klinikum GmbH mussten gehen. Im Klinikum München Pasing soll der Betrieb dagegen regulär weiterlaufen. „Es ist geplant, die im Krankenhausbetrieb benötigten Instrumente vorübergehend in einem anderen Institut aufzubereiten“, teilte die Klinikleitung auf Anfrage mit.

Anders als im Fall Bogenhausen seien die Instrumente in Pasing nicht mit Blut- oder Geweberesten vorangegangener Operationen verunreinigt gewesen. Zwar seien „Verfärbungen und Auflagerungen“ an medizinischen Instrumenten entdeckt worden, doch habe ein Schnelltest keinen Hinweis auf organisches Material ergeben. „Wir gehen derzeit davon aus, dass die Ursache in der Wasserqualität liegt und es sich um rein optische Beeinträchtigungen handelt, die zu keiner Zeit zu einer Gefährdung von Patienten geführt haben“, so die Klinik. Eine Labor-Analyse sei im Gang. Gleichzeitig werde in Abstimmung mit dem RGU daran gearbeitet, „geforderte Dokumentations- und Prozessverbesserungen umzusetzen und weitere Vorschläge aufzugreifen“. „Ende nächster Woche“ will die Klinik die Zentralsterilisation wieder in Betrieb nehmen. Zuvor jedoch müssen die Prüfer von RGU und Gewerbeaufsicht sich davon überzeugt haben, dass alle Mängel beseitigt sind.

Das Krankenhaus gehörte einst dem Landkreis München und wurde ebenso wie das Perlacher Kreiskrankenhaus 2005 vom privaten Träger Rhön Klinikum AG übernommen. Seit 2009 wächst in Pasing ein Erweiterungsbau in die Höhe: Er soll Platz für ein Bettenhaus samt OP-Zentrum und Notaufnahme bieten.

Peter T. Schmidt

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