Betriebsverbot ab 1. Juni

Stadt kämpft für Erhalt von Paternostern

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Die Stadt München setzt sich gegen das Paternoster-Verbot zur Wehr.

München - Der öffentliche Betrieb von Paternostern ist künftig tabu. Das schreibt die Bundesregierung vor. Die Stadt München gibt aber nicht nach: Sie setzt sich zur Wehr.

Eine neue Betriebssicherheitsverordnung der Bundesregierung macht den öffentlichen Betrieb von Paternostern unmöglich. Bislang war er unproblematisch. Laut der Verordnung dürfen Personenumlaufaufzüge nur noch von eingewiesenen Beschäftigten benutzt werden. Für interessierte Besucher des Hauses oder nicht eingewiesene Beschäftigte der Stadt ist das Mitfahren im Paternoster hingegen nicht mehr gestattet. Die Verordnung tritt am 1. Juni in Kraft.

Für ein öffentliches Gebäude wie das alte Technische Hochhaus in der Blumenstraße 28 b bedeutet diese Verordnung faktisch das Aus für den öffentlichen Betrieb des Paternosters, da weder organisatorisch noch technisch vertretbare Maßnahmen ergriffen werden können, um den geforderten „Paternoster-Führerschein“ gemäß den neuen Bundesvorgaben einführen zu können. Das teilt die Stadt München mit.

Stadt sagt: Paternoster muss erhalten bleiben

Auch im Deutschen Patentamt gibt es einen Paternoster-Aufzug.

Das Planungsreferat alsHauptnutzer des Verwaltungsgebäudes und das Kommunalreferat als zuständiger Immobiliendienstleister der Stadt sind sich aber einig, dass der Paternoster für den ordnungsgemäßen Dienstbetrieb weiterhin unabdingbar ist. Neben seiner reinen Funktion zum schnellen Erreichen der elf Stockwerke des Hauses ist der Paternoster im Planungsreferat aber auch ein ganz wesentlicher Faktor des „Denkmals“. Das sei in der Öffentlichkeit gerade deshalb so beliebt, weil es solche Aufzüge kaum noch gibt. Und weil die Fahrt für Besucher ein Erlebnis ist.

Deswegen setzt sich die Stadt vehement für den Weiterbetrieb wie bisher ein und beantragt eine Ausnahmegenehmigung beim zuständigen Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Oberbayern.

München will bundesweit abgestimmtes Vorgehen erwirken

Die Landeshauptstadt München hat bereits mit anderen betroffenen Kommunen Kontakt aufgenommen, um bundesweit ein abgestimmtes Vorgehen für den Betrieb der sehr beliebten Paternoster zu bewirken.

Einstweilen muss der Betrieb des Paternosters ab 1. Juni aber vorerst ruhen, heißt es in der Mitteilung der Stadt. Im Verwaltungsgebäude Blumenstraße 28 b steht für die Beschäftigten und die Besucherinnen und Besucher somit nur noch der normale Fahrstuhl zur Verfügung.

Zwischenzeitlich hat sich auch das Bundesarbeitsministerium zu Wort gemeldet. Von dort stammt die neue Verordnung. In der Vergangenheit sei es im Zusammenhang mit Paternostern "immer wieder zu schweren Unfällen und Todesfällen gekommen", sagte eine Sprecherin.

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