Patrick Wolf im Freiheiz: Die Konzertkritik

+
Patrick Wolf

München - Ein bisschen David Bowie, ein wenig Freddie Mercury und ganz viel angeborene Exzentrik: Patrick Wolf inszenierte sich und seine Songs am Dienstag in der Freiheizhalle.

Ein Haus! Und noch eines! Patrick Wolf hat sich ein putziges Bühnenbild ausgedacht für sein Konzert in der Freiheizhalle: Vor einem Riesenbanner mit einer skizzierten Stadt stehen zwei kleine, farbig beleuchtete Bauten, die wie Vogelhäuschen aussehen. Bewohnt sind sie nicht. Der bunteste Vogel steht schließlich vorne am Bühnenrand: Patrick Wolf, multitalentierter Engländer, der mit 28 Jahren schon bei Album Nummer fünf angekommen ist: Lupercalia, das im Juni dieses Jahres erschienen ist.

Ein bisschen David Bowie steckt in ihm, ein wenig Freddie Mercury und ganz viel angeborene Exzentrik. Mal sind seine Songs reduziert wie Eulogy, meistens ­jedoch opulent wie The Magic Position und To The Lighthouse. Er singt sie durchweg mit atemberaubender Stimme, die all den Tand gar nicht bräuchte, sich aber da­rauf bettet wie auf rosaroten Wolken.

Ein Perfektionist ist dieser Wolf. Einmal schimpft er seine Band, bei der es doch gar nichts zu bemängeln gibt: Die Männer werden flankiert von einer Blasinstrument-Beauftragten (Sax, Klarinette, Querflöte etc.) und ihrem Streicher-Pendant, die der Show das gewisse Etwas geben.

Aber diese Kostüme! Die sehen aus, als ob der Textildiscounter plötzlich auch Kellnerinnenkleider führen würde. An der Resterampe ist auch Wolf kein Kind von Traurigkeit: Das Funkel­sakko wirft er weg und bringt ein durchsichtiges weißes Glitzerhemd zum Vorschein. Irgendwann tauscht er es gegen einen noch leuchtenderen silbernen Fummel. Und zur Zugabe hat er auf seinem Hosenträger plötzlich einen großen Vogel – Ist der echt? Ist der tot? – platziert.

The City singt er, von jener Stadt, die das große Zentrum seines aktuellen Schaffens ist. Die er übergleitet, umkreist, die zu klein ist für ihn, die er überflügelt. Flieger, grüß mir die Sonne!

Armin Linder

So wirkt Musik auf unseren Körper

So wirkt Musik auf unseren Körper

Auch interessant

Kommentare