Mord an Bardame Natallia G.

Paukenschlag im Gericht: Zeuge festgenommen

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Ein Justizbeamter führt Peter O. mit einer Fesselkette am Handgelenk ab.

München - Paukenschlag im Prozess gegen den Bardamen-Mörder Jurij S.: Um 10.42 Uhr klickten am Mittwoch im Gerichtssaal die Handschellen für den Zeugen Peter O.!

Der 31-jährige Kurierfahrer und Freund des Angeklagten log, dass sich die Balken bogen. Nachdem der Vorsitzende Richter Michael Höhne den Zeugen mehrfach auf dessen Wahrheitspflicht hingewiesen hatte, reichte es Staatsanwalt Andreas Schmitz. Er ordnete die Festnahme des Russen an, der am Freitag dem Haftrichter vorgeführt wird.

Der 46-jährige Angeklagte hatte gegenüber Gerichtspsychiater Norbert Nedopil gestanden, dass er in den frühen Morgenstunden des 5. März 2013 Bardame Natallia G. aus Eifersucht ein Messer in den Bauch gerammt hatte. Jurij S. hatte ihr Avancen gemacht. Die aus der Ukraine stammende Mutter eines Buben ließ ihn allerdings nicht in ihre Wohnung einziehen.

Natallias Mörder vor Gericht: Sex vor der Tat?

Nach der scheußlichen Bluttat in der Striptease-Bar Kapitol in der Arnulfstraße wollte Jurij S. untertauchen. Er rief seinen Freund Peter O. an, der ihn unweit des Tatorts in sein Auto steigen ließ. Zielfahnder spürten das Fluchtfahrzeug drei Tage später in Dresden auf. Wegen versuchter Strafvereitelung wurde Peter O. zu einem Jahr und vier Monaten Knast verurteilt. Damals hatte er der Polizei gesagt, er habe gewusst, dass er einem Mörder zur Flucht verholfen hat. Das Ziel sei Polen gewesen.

Am Donnerstag im Zeugenstand wollte sich Peter O. daran nicht mehr erinnern. Er habe eine Fracht nach Dresden bringen wollen, behauptete er. Jurij habe er nur zufällig als Fahrgast mitgenommen. Aber warum war in seinem Navi dann Polen eingegeben? Auf die Frage von Richter Höhne redete sich der Kurierfahrer hinaus, dass er besoffen gewesen sei. Auch eine Lüge: Die Polizei hatte bei ihm damals keinen Alkohol festgestellt.

Mit seinen Falschaussagen hat Peter O. seinem angeklagten Freund keinen Gefallen getan. Im Gegenteil: Jetzt hat er wahrscheinlich selbst ein Strafverfahren wegen Falschaussage an der Backe.

Am Freitag treten der Bruder und die Schwester der ermordeten Natallia G. in den Zeugenstand.

Eberhard Unfried

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