1300 Quadratmeter großes Areal

Paul-Heyse-Villa vor Rettung - das sind die Pläne

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Um die Paul-Heyse-Villa an der Luisenstraße war ein Streit entbrannt. Jetzt hat man sich geeinigt.

München - Die Paul-Heyse-Villa steht offenbar kurz vor der Rettung. Es soll konkrete Pläne für die Zukunft des Anwesens geben. Wir stellen diese vor.

Vor der Mauer ein Café, dahinter das Anwesen - größtenteils unzugänglich.

Rettet ein Kompromiss die Paul-Heyse-Villa? Nach tz-Informationen haben sich Stadt, Landesamt für Denkmalschutz und der Bauherr bei einer nicht-öffentlichen Verhandlung vor Gericht ausgetauscht. Es soll ein Vergleich geschlossen werden, beide Parteien hätten Einverständnis signalisiert. „Die wesentlichen und interessanten Teile der Villa sollen erhalten bleiben“, sagte ein Insider der tz. Die Pläne:

Der Besitzer Carlos Graf Maltzan will auf dem 1300 qm großen Areal auch ein Wohn- und Geschäftshaus bauen. Nicht höher als die Villa, zudem ist eine Tiefgarage geplant. Dafür müsste das Café ums Eck weichen.

Der Bezirksausschuss war dagegen, und der Graf signalisierte Kompromissbereitschaft: Jetzt soll man die Villa deutlich besser sehen können. Die Mauer an der Straße soll weg. Es entsteht ein Vorgebäude, das nicht zu hoch und nicht zu dominant sein soll. Dadurch entsteht eine Sichtachse zur Villa. Ferner soll eine Tafel mit Infos zum Gebäude angebracht werden. Die Westfassade bleibt wohl vollständig erhalten. Lediglich der östliche Bereich, der ohnehin nicht einsehbar ist, soll umgebaut werden.

BA-Chef: „Bauprojekt im Sinne von Leo von Klenze weitergeführt“

BA-Chef Christian Krimpmann sagt zur tz: „Wenn sich alle daran halten, was versprochen wurde, könnte man fast sagen, dass ein Bauprojekt im Sinne von Leo von Klenze weitergeführt wird.“ Das Areal selbst bleibt für die Öffentlichkeit zwar geschlossen. „Aber man würde dann von außen deutlich mehr von dem Objekt sehen. Damit ist es eigentlich schon ein Gewinn.“

Es sei ein großes Entgegenkommen des Bauherren, zu erkennen, dass da etwas Erhaltenswertes vorhanden ist - und dies in die Planungen mit einzubeziehen.

Dass auf dem Gelände etwas passieren muss, da sind sich alle einig. Denn die Villa ist stark vom Verfall bedroht.

Stichwort: Paul Heyse

Der Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer Paul Johann Ludwig von Heyse wurde 1830 in Berlin geboren. 1854 zog er auf Vermittlung des Lyrikers Emanuel Geibel nach München, wo er unter König Maximilian II. Hofpoet und Dichterfürst wurde. Um den brachliegenden literarischen Austausch zu beleben, gründete Heyse mit Geibel die Dichtervereinigung Krokodil. Im Jahr 1910 erhielt Heyse als erster deutscher Autor ­belletristischer Werke den Nobelpreis für ­Literatur. Er starb am 2. April 1914.

Sascha Karowski

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