Verlässt Paulaner den Nockherberg?

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Paulaner am Nockherberg: Verlässt die Brauerei das Areal und zieht nach Langwied um?

München - Paulaner hat ein Luxus-Problem mit dem Nockherberg-Gelände - und denkt deswegen über einen Umzug nach. Doch die Regeln des Oktoberfestes schränken das Unternehmen bei einem Umzug ein. Es gibt nun zwei konkrete Optionen.

Für die meisten Münchner ist der Nockherberg das Höchste, auch wenn der Gipfel der Bierseligkeit mitnichten der höchste Punkt Münchens ist. Der liegt in Solln, genauer gesagt im dortigen Ortsteil Warnberg mit 579 Metern. Für die Paulaner-Brauerei ist der Nockherberg die geliebte Heimat, allerdings eine, die zunehmend unbequem wird. Zu eng ist das Betriebsgelände, an Spitzentagen rollen bis zu 280 Laster über die Zufahrtstraßen in der Au. Und wenn die Biersieder der Schörghuber-Gruppe weiterhin so erfolgreich sind, muss der Nockherberg versetzt, respektive die Brauerei verlegt werden.

„Wir haben ein Luxus-Problem“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Schörghuber-Gruppe, Klaus Naeve, am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz. „Wir können das nicht mehr produzieren, was wir absetzen können.“ Damit ist der Paulaner-Bräu ein Branchen-Primus, der entgegen des Trends wächst, vor allem im Ausland (plus 10 Prozent). Deshalb werden die Überlegungen, die Brauerei oder Teile davon an den Stadtrand zu verlegen, immer konkreter. Bis Ende des Jahres will die Schörghuber-Gruppe entschieden haben.

Das Dilemma dabei heißt Oktoberfest. Nur wer innerhalb der Stadtgrenzen braut, darf auch auf dem größten Volksfest der Welt ausschenken.

 

 

Von daher muss Paulaner auf Münchner Flur bleiben. Im Grunde genommen gibt es nur zwei Lösungen. Entweder wird die Brauerei komplett verlegt. Das Gelände gäbe es schon in Langwied, wo bis vor Kurzem noch die Spaten-Franziskaner-Brauerei hingehen wollte. Oder die Sudkessel bleiben oben auf dem Nockherberg und das Bier wird per Container zu einem Logistikzentrum, entweder nach Langwied oder zu einem vergleichbaren Grundstück transportiert, um es dann dort abzufüllen.

Der Vermutung, dass ein Komplett-Umzug der Schörghuber-Gruppe am besten gefallen würde, weil sie als Projektentwickler mit dem Nockherberg ein höchst attraktives Stadtquartier erschließen könnte (6000 Euro pro verkauftem Wohnungsquadratmeter ist ja kein schlechtes Argument) liegt nahe. Dies ist allerdings für Naeve nicht die Triebfeder. Für den Vorstandschef haben zunächst einmal die Belange der Brauerei Vorrang. Die macht Naeve nämlich auch bilanztechnisch Spaß. Immerhin machte die Brauholding im vergangenen Jahr knapp 13 Millionen Euro Gewinn nach Steuern – im Vorjahr waren es 1,5 Millionen Verlust. Von daher ist der Nockherberg für die Schörghuber zumindest ein Zwischengipfel auf dem Weg zur finanziellen Glückseligkeit.

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Schörghuber: 60 Mio. Gewinn!

Der Brau- und Immobilienkonzern Schörghuber hat die Wirtschaftskrise überwunden und schreibt wieder tiefschwarze Zahlen. Nach Steuern blieb im Geschäftsjahr 2010 einen Gewinn von knapp 60 Millionen Euro. „Damit ernten wir die Früchte unserer klaren strategischen Ausrichtung“, sagte der Vorsitzende des Vorstandes, Klaus N. Naeve. Der Umsatz der Schörghuber-Gruppe kletterte 2010 um gut 15 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro. Wachstumstreiber war vor allem das Immobiliengeschäft: Die Konzern-Tochter Bayerische Hausbau erzielte mit 622 Mitarbeitern knapp 76 Millionen Euro Gewinn nach Steuern. Als verlässlicher Geldbringer erwies sich erneut das München-Geschäft, das mit 425 000 Quadratmeter Mietfläche den Löwenanteil einbrachte.

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Auch die Brauholding (u.a. Paulaner, Hacker-Pschorr, Kulmbacher, Fürstenberg) hielt sich gut im Markt: Immerhin konnte der Getränkeausstoß trotz einer schwächelnden Gesamtbranche stabil gehalten werden, auch die Brauholding kehrte in die Gewinnzone (knapp 13 Millionen nach Steuern) zurück.

Nur das Hotelgeschäft macht noch Sorgen: Rund 14 Millionen Miese verhageln die Konzern-Bilanz ein wenig.

tz

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