Pechsträhne für Viktualienmarkt-Standlfrau

Erst Brandanschlag – nun ein Giftschwammerl

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War’s ein Neider? Kurz vor Silvester brannte der Stand am Viktualienmarkt ab

München - Renate Zollner wird derzeit vom Pech verfolgt. Erst fackelte ein Brandstifter ihr Standl auf dem Viktualienmarkt ab, und jetzt hat sie den nächsten Tiefschlag zu verdauen.

Wie viel Pech kann ein Mensch haben? Standl­frau Renate Zollner (50) vom Viktualienmarkt musste letzten Freitag miterleben, wie ihr schönes Standl mit den Schwammerln, den Beeren und den Deko-Artikeln in Flammen aufging. Der Schaden, der wegen eines hundsgemeinen Brandstifters entstanden war, lässt sich noch nicht beziffern.

Und jetzt der nächste Tiefschlag: Eine Charge mit Spitzmorcheln, die die Oberpfälzerin übers Internet verkauft hatte, musste zurückgerufen werden. Denn anstatt eines Morchels hatte sich in einer der 100-Gramm-Packungen ein Frühjahrslorchel (der schreibt sich wirklich so) befunden. Der eine Buchstabe könnte für Pilzliebhaber böse Folgen haben: Der Lorchel enthält das Gift Gyromitrin, ihm werden krebserregende Eigenschaften zugestanden. Und roh verzehrt, kann er mitunter tödlich sein. Deswegen haben die Behörden eine Warnung vor dem Produkt herausgegeben. Betroffenen sind Lieferungen von Spitzmorcheln, die zwischen April 2012 und 23. Dezember über eBay vertrieben wurden, Haltbarkeitsdatum 31.12.2014.

Entdeckt hatte dies ein Kunde aus dem Saarland, der sich die Morchel gerade zubereiten wollte und dem einer der Pilze wegen Aussehens und Konsistenz suspekt vorkam. Er zog einen Experten hinzu, der befand Lorchel statt Morchel – und die Behörden wurden eingeschaltet.

Die Morcheln stammen von einem Zulieferer von Renate Zollner. So wie es aussieht, war der eine giftige der einzige, der in die Packungen gekommen war. Der Zulieferer sei am Boden zerstört, nie sei ihm Ähnliches passiert.

Renate Zollner ist erschüttert: Erst Brand, jetzt der Giftpilz

Mittlerweile seien alle 108 Kunden, die die Packungen bezogen hatten, kontaktiert, die insgesamt 140 Lieferungen aus dem Verkehr gezogen. Doch zwei solche Hämmer binnen einer Woche ziehen einen richtig runter und lassen eine glatt verzweifeln. „Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen“, denkt Renate Zollner. „Wir sind doch rechtschaffende Leute, die nur ihre Arbeit gescheit machen wollen. Ab und zu glaube ich fast, jemanden passt das nicht.“ Was sie derzeit aber tröstet ist, „dass bislang niemand zu Schaden gekommen ist. Sachen kann man ersetzen, die Gesundheit aber nicht.“

Die Münchner Polizei, die die hinterhältige Brandstiftung vom Viktualienmarkt untersucht, hat noch keine echte Spur zum Täter.

Markus Christandl

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