Münchner OB bei Satiretalk

Ude hält sich – bei Pelzig!

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Christian Ude ließ sich selbst die Pelzig-Bowle munden.

München - Diese Bewährungsprobe hat der Münchner Oberbürgermeister und Seehofer-Herausforderer bestanden: Christian Ude war zu Gast beim ZDF-Satiretalk "Pelzig hält sich".

Der Münchner OB und Seehofer-Herausforderer Christian Ude war am Dienstagabend zu Gast bei Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig im ZDF-Satiretalk „Pelzig hält sich“. Zentrale Botschaft des launigen Gesprächs am „Politischen Faschingsdienstag“: „Die Wechselstimmung ist in Bayern mittlerweile so stark, dass sogar der Ministerpräsident jede Woche seine Meinung wechselt“, so Ude, der tapfer an seiner Pelzig-Bowle nippte, während Barwasser genüsslich spottete: „In Wahlzeiten kann man Euch Politiker alle so schön erniedrigen.“ Außerdem meinte Christian Ude über …

… den politischen Aschermittwoch:

„Wenn das nur eine Art verbale Wirthausschlägerei ist, stößt das die Menschen ab. Aber man kann auch mit dem Florett und nicht mit dem Holzhammer treffen.“ Pelzig dazu: „Florett? Im Bierzelt? Und Ihre Frau spielt Geige dazu?“

… die Bundes-SPD:

„Wir haben noch viel Luft nach oben. Ich kenne die Berater von Peer Steinbrück, und ich bin froh, dass sie nicht mich beraten.“

… seine Motivation:

„Wenn man als Schüler in den 60er Jahren angetreten ist, weil einem die Machtposition, der Kurs der CSU, gestunken hat, und wenn man 45 Jahre später die Chance sieht, einen Wechsel herbeizuführen, dann muss man diese Chance ergreifen.“

… Uli Hoeneß, der davor warnt, ihn zu wählen:

„Hoeneß schimpft seit 20 Jahren auf mich, und in dieser Zeit ist die SPD-Mehrheit in München auf zwei Drittel angewachsen. Man soll ihn also nicht unbedingt überschätzen, seinen Warnungen folgt nicht jeder.“

… die finanzielle Übermacht der CSU im Wahlkampf:

„Das Kräfteverhältnis zwischen uns und der CSU liegt bei etwa eins zu zehn. Die Bevölkerung soll sich durchaus mal anschauen, wer mit wie viel Geld um sich werfen kann – und sich fragen, warum das so ist.“

… sein erotischstes Wahlkampfthema:

„Die Studiengebühr. Zu beobachten, wie die Opposition in Bayern, die es angeblich gar nicht gibt, das Thema offensichtlich richtig angegangen ist, ist ein Genuss.“ … die mögliche Arbeitsbelastung als Ministerpräsident: „Mehr Arbeit als OB und gleichzeitig Städtetagspräsident kann es auch nicht sein, denn mehr als 18 Stunden Arbeit am Tag gibt‘s auch für mich nicht.“ Am Ende gab‘s jede Menge „Gefällt mir“-Kärtli, die Pelzig ab sofort immer verteilt, von den Zuschauern in den ARRI-Studios für Ude. Und sogar FDP-Rebell Wolfgang Kubicki, zweiter Politgast des Abends, musste zweideutig zugeben: „Ich finde, er ist ein guter Oberbürgermeister.“ Und diese Info hatte Frank-Markus Barwasser auch noch parat für den OB: „Schmutzel-Söder hat nicht beim ZDF interveniert und verboten, dass Sie was sagen.“

Jörg Heinrich

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