Bavaria Kinseher ersetzt Bruder Barnabas!

München - Luise Kinseher wird der versammelten Polit-Prominenz beim Starkbieranstich 2011 als Bavaria die Leviten lesen. Auf eine große Feminismus-Diskussion hat die Niederbayerin keinen Bock.

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Die Bavaria lebt weiter! Luise Kinseher wird nach ihrem Aufstieg von der Singspiel-Darstellerin zur Fastenpredigerin auf dem Nockherberg in ihrer Paraderolle den Politikern die Leviten lesen. Als gestrenge Landesmutter will die 41-Jährige die Mächtigen am 23. März 2011 derblecken. Am Dienstag machten die Paulaner-Brauerei und der BR die Tradition-Revolution offiziell: Zum ersten Mal in der 120-jährigen Geschichte schlüpft eine Frau in die Hauptrolle beim berühmtesten Starkbier-Spektakel der Welt. Die Bavaria ersetzt Bruder Barnabas!

Luise Kinseher

Eines wurde schon bei der Pressekonferenz am Dienstag auf dem Paulaner-Hügel deutlich: Auf eine große Feminismus-Diskussion hat die Niederbayerin keinen Bock. „Es ist ja nicht mehr so, dass die Frauen von heute bildungsfernen Schichten angehören“, konterte sie bohrende Fragen in diese Richtung. „Und jetzt ist es halt so, dass auf dem Nockherberg eine Frau ist. Bei der Merkel fragt sich ja heute auch keiner mehr, warum sie Kanzlerin ist.“ Zumindest nicht, was das Geschlecht anbelangt … Locker, charmant und geradeaus: So präsentierte sich Kinseher am Dienstag bei ihrem ersten offiziellen Auftritt. So wie sie als Kabarettistin und Mensch eben ist. Und genau so will sie auf dem Nockherberg auftreten. „Ich will mir selbst treu bleiben. Und ich glaube, dass das gut und lustig und spaßig wird.“

Nach der harschen Kritik an ihrem (un)freiwillig zurückgetretenen Vorgänger Michael Lerchenberg nach dessen KZ-Vergleich mit Außenminister Guido Westerwelle, hat Kinseher keinen Bammel vor der größten Rolle ihrer bisherigen Karriere. „Ich glaube, dass ich ein gutes Gefühl dafür habe, wie weit ich gehen kann“, stellte sie klar. Ihr Credo: „Man darf auf dem Nockherberg schon einmal böse sein und hinlangen. Man muss das aber dann mit einem Bier gemeinsam obischwoam können.“

Kinseher weiß, dass ihr die Rolle als Frau da vielleicht sogar entgegenkommt. „Es heißt ja immer, der weibliche Humor ist weniger aggressiv“, sagte sie und fügte mit einem verschmitzen Lächeln an: „Das muss er aber nicht!“ In ihrer Rolle als Bavaria sieht sie sich – wie schon heuer beim Singspiel – als strenge, aber mütterliche Wächterin über das Tun und Treiben der abgehobenen Politiker. „Und eine Mama schimpft halt auch mal und ist ehrlich.“

Nach der Kritik in den vergangenen Jahren hoffen die Macher des Starkbier-Spektakels, endlich wieder positiv in die Schlagzeilen zu rücken. „Wir machen mit der ersten Frau in dieser Rolle jetzt etwas Neues, sind uns aber unserer Verantwortung bewusst“, sagte Paulaner-Chef Andreas Steinfatt. „Mit Luise Kinseher haben wir die beste Besetzung gefunden. Wir werden gut vorbereitet sein und freuen uns auf eine spannendes und lustiges Derblecken.“

Klarheit also bei der Fastenpredigt, doch was wird aus dem Singspiel? Laut Steinfatt wird man sich mit Autor Alfons Biedermann demnächst für das Konzept zusammensetzen. Die Stars von heuer, Kinseher als Bavaria und Helmut Schleich als Franz Josef Strauß, fallen aus. Schleich hat aus Solidarität zu Lerchenberg auf eine Rolle verzichtet. Und die Bavaria steht künftig oben in der Kanzel des Fastenpredigers.

Ein doppelter Auftritt scheidet für sie aus. „So viel Text kann sie sich gar nicht merken“, scherzte Steinfatt. Der Spaß ist zurück auf dem Nockherberg, Bavaria sei Dank!

Stefan Dorner

Rubriklistenbild: © dpa

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