Und wo waren die angekündigten Nackten?

München - Mitten auf dem Marienplatz hat am Donnerstagvormittag eine Aktion der Tierrechtsorganisation PETA stattgefunden. Die angekündigte Nacktheit war nur spärlich zu sehen. Wieso eigentlich?

"Mit viel nackter Haut und nur mit den Farben der kanadischen Flagge bemalt" wollten Tierschützerinnen am Donnerstag auf dem Marienplatz demonstrieren. So lautete zumindest die Ankündigung von PETA.

Doch anders als erwartet und anders als bei vorigen Aktionen gab sich die Aktivistin recht züchtig im Bikini. Nackt-Protest? Fehlanzeige. Selbst PETA-Sprecherin Melitta Töller wunderte sich, dass der Oben-ohne-Protest ausblieb. "Das hätte ich auch erwartet", so Töller auf tz-online-Anfrage.

Kampagnenleiterin Andrea Müller gibt Auskunft: "Wir haben durchaus schon mehr nackte Haut gezeigt. Nackte Haut, ernste Botschaft, das machen wir ja nicht zum Spaß. Dennoch ist es für Bayern vielleicht schon nackt genug gewesen. Ich kann mich durchaus an eine Aktion in Bayern erinnern, nach der wir auf dem Revier saßen, weil es zu nackt war. Wir haben zeitgleich fast die gleiche Aktion in Stuttgart gemacht. Dort haben wir gehört, ob sie nicht mehr anziehen können. Die Resonanz aus dem Schwabenland war: Zu viel nackte Haut."

Die spektakulärsten Nackt-Demos

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Ein Foto aus Stuttgart

Von "nur mit den Farben der kanadischen Flagge bemalt" - wie angekündigt - konnte also nicht die Rede sein. Müller: Mit Gar-nichts-anhaben wären wir in München nicht weit gekommen. Für die Bayern ist es so schon Provokation."
Man überlege, in Süddeutschland zukünftig wieder auf Oben-ohne-Aktivistinnen mit Brustaufklebern zu setzen. Müller: "Die Stuttgarter übrigens hatten heute alle eher gemeint: 'Das arme Mädchen friert doch.' Durchweg aber kam die Aktion in München und Stuttgart sehr gut an – wir konnten Hunderte an Protestkarten verteilen, und wir werden mit weiteren, weltweiten Aktionen die kanadische Regierung in die Knie zwingen."

Ein Blickfang war die Protestaktion allemal, wie obiges Foto beweist. Und damit vermittelte PETA eine durchaus ernste Botschaft: "Das Abschlachten der Sattelrobben ist das größte Massaker an Meeressäugern weltweit und hat sich zu einem blutigen Schandfleck für Kanadas internationalen Ruf entwickelt", heißt es in einer Mitteilung. "Jahr für Jahr werden Zigtausende Babyrobben auf den Eisschollen vor Neufundland und Labrador abgeschlachtet, trotz beschlossenem EU-Handelsverbot. Die Jungtiere sind bei der Tötung erst wenige Tage alt und werden oft vor den Augen ihrer Artgenossen lebendig gehäutet."

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