Fall Peter M.: Polizei steht vor vielen Rätseln

München - Der Münchner Unternehmer Peter M. bleibt spurlos verschwunden. Die Mordkommission ermittelt in jede Richtung: Raub, Gewaltverbrechen, Entführung. Sie hält es auch für möglich, dass der 48-Jährige sich abgesetzt hat.

Markus Kraus, Leiter der Münchner Mordkommission, legt sich noch auf keine Theorie fest. Zu mysteriös ist die bisherige Spurenlage, gleichermaßen ungeklärt sind noch diverse Umstände aus Peter M.s Umfeld.

Wie berichtet, war der Pächter der Aral-Tankstelle an der Richard-Strauss-Straße am Montagmorgen zu seiner HypoVereinsbank-Filiale am Herkomerplatz (Bogenhausen) gefahren, um Einnahmen einzuzahlen. Nachdem der 48-Jährige nicht zurückkam, machten sich Mitarbeiter von ihm auf die Suche und fanden seinen weißen Porsche unversperrt vor der Bankfiliale stehen. An der Fahrertür klebte ein wenig Blut – von Peter M. fehlt seitdem jede Spur.

Seine Eltern Sylvia (69) und Hans M. (72) wandten sich gestern über die Medien an einen möglichen Entführer ihres Sohnes: „Bitte gebt uns unseres Liebstes wieder, unserem Enkel seinen Vater und seiner Frau den geliebten Mann“, sagte Mutter Sylvia der tz. Dass ihr Sohn sich abgesetzt hat, halten die Eltern für ausgeschlossen. „Unser Peter würde nicht einfach so verschwinden. Das passt nicht zu ihm. Er ist ein Familienmensch.“

Unterdessen wurden am Dienstag einige neue Ermittlungsergebnisse bekannt – eine Wendung in dem Fall brachten sie indes nicht. So wurde das Handy des Gesuchten laut Kraus in der Tankstelle gefunden; M. hatte es offenbar vergessen. Seine leere Geldtasche hatte eine Bankangestellte in der Nähe des abgestellten Porsches entdeckt und mit in die Filiale genommen. Ferner soll der Unternehmer wohl noch nach 8 Uhr im Foyer der Bank gesehen worden sein. Zeugen, die irgendeine Art von Verbrechen im Foyer oder auf der belebten Straße davor beobachtet haben, konnte die Polizei bislang nicht finden.

Unweigerlich prüfen die Fahnder darum auch die Möglichkeit, dass der 48-Jährige abgetaucht ist. Hinweise, ob er zuletzt bedroht worden ist – womöglich von Kriminellen im Kfz-Geschäft –, haben die Ermittler laut Kraus bislang nicht. Momentan werden aber noch M.s Konten geprüft.

Schließlich gab es um seine Aral-Tankstelle zuletzt Verwirrungen. Unsere Zeitung berichtete erst vor drei Wochen über den Fall: Die Stadt stellt derzeit im Auftrag des Grundstück-Eigentümers einen Bebauungsplan für das Areal auf, auf dem die Tankstelle liegt. Auf der Fläche zwischen Richard-Strauss- Straße und Schreberweg ist eine Wohnbebauung geplant. Seit der Fertigstellung des Richard- Strauss-Tunnels fährt nur noch etwa ein Zehntel der zuvor täglich rund 60 000 Autos an der Tankstelle vorbei.

Vor drei Wochen sagte Peter M. auf Anfrage zwar, dass die Tankstelle dennoch rentabel sei – deren Zukunft scheint aber doch auf der Kippe zu stehen. Bis Montag, dem Tag von M.s Verschwinden, waren die Baupläne auf dem Tankstellenareal für Einsprüche öffentlich ausgestellt. Eine Sprecherin des Planungsreferat sagte gestern, dass die Grundeigentümer die Neubebauung nun wohl „recht schnell“ umsetzen wollen.

Sven Rieber

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