Peter Maffay in der tz-Redaktion: Das Video

München - Sieben tz-Leser durften am Montag ihr Idol persönlich treffen: Peter Maffay war zu Besuch in der tz-Redaktion. Das Video und was die Legende zu erzählen hatte.

Sie kamen aus München, Germering. Waldkraiburg. Sieben tz-Leser (aus über 100 Bewerbern) hatten Montag Vormittag die Gelegenheit, ihr Idol persönlich zu treffen, in der tz-Redaktion. Es war ein Meet & Greet der anderen Art: ganz hautnah, mit Superstar Peter Maffay am tz-Konferenztisch.

Shakehands, Plaudern, Scherzen, Herzen – in entspannter, lockerer Runde. Gegen 10.20 Uhr trafen sich unsere „Kandidaten“ (noch etwas nervös) am tz-Empfang – und dann ging’s richtig los, denn dann kam Peter …

Peter kommt mit „Tattoos“

Zwei Stunden am Stück nahm er sich Zeit für seine Fans! Und bedankte sich erst einmal bei ihnen dafür, „dass sie sich die Zeit nehmen konnten“. Gerne doch. Eine tz-Leserin wusste bis kurz zuvor übrigens gar nichts von ihrem Glück: Sabine Lorenz aus Germering. Sie war von ihrem Gatten (liegt derzeit mit Herzmuskelentzündung im Krankenhaus. Gute Besserung!) mit dem Gewinn überrascht worden; als Dankeschön, weil sie sich so rührend um die beiden Kinder kümmert. „Peter, wie schwer war der Wandel vom Schlagerstar zum Rocker für dich?“, wollte sie wissen. „Einmal Schlager, immer Schlager, einmal Motorrad, immer Motorrad. Es gibt halt so Images, an denen Industrie und Medien gern festhalten. Natürlich war die Veränderung nicht leicht, aber am Ende logisch, ich habe mich durchgesetzt, weil ich wusste, wo ich hin wollte.

Petra Hönig (43) ist seit Jahren Riesenfan, kommt übrigens wie Maffay aus Waldkraiburg, dem Ort, an den er in den 60ern aus Rumänien übersiedelte. Ihre Frage: „Was hat dich damals dazu getrieben, deine wallende Mähne abzuschneiden?“ Maffay lacht: „Das war 1997 auf einer Reise durch Australien. Dort war es brennend heiß. Ich hätte nie gedacht, dass der zeitweilige Verlust von ein paar Haaren zu solchen Diskussionen führen würde.“

Auch eine andere Episode lässt den Fans keine Ruhe: der „Tiefpunkt“ seiner Karriere. 1982 stand Peter Maffay im Vorprogramm der Rolling Stones auf der Bühne, wurde von ungeduldigen Fans mit Tomaten und Eiern beworfen. Viele der Anwesenden nicken traurig. Vor allem Manfred Fritsch (58): Seit Jahren, sagt er, will er sich mal „offiziell dafür entschuldigen. Ich war damals dabei. Ich habe meine Brotzeit-Tomaten auf dich geworfen, und es tut mir von Herzen leid.“ Maffay lacht: „Hast du getroffen?“ Er nimmt’s locker. Mittlerweile ist Fritsch selber „bekehrt“ und ein begeisterter Fan.

Maffay selbst kann fast 30 Jahre später entspannt mit dem Rückschlag von damals umgehen. „Natürlich nehme ich deine Entschuldigung an. Ich suche die Schuld für das damals auch nicht bei den Leuten, sondern vor allem bei mir. Bis dahin hatte ich noch nie vor so einem Riesenpublikum gespielt. Deshalb habe ich vieles falsch angepackt.“ Auch heute denke er noch oft an diesen Tag zurück. „Das war mir eine Lehre. Seitdem habe ich versucht, vieles anders und einiges auch besser zu machen.“

Ingrid Kaiser (46) (kam als Begleitung von Michael Fritsch) arbeitet als Kindergärtnerin in München. Sie interessiert vor allem der Aspekt der Musikpädagogik. „Viel zu wenig wird da in Schulen angeboten.“ Sie rennt bei Peter offene Türen ein: „Ganz deiner Meinung. Wir räumen der Musik bei der Bildung kleiner Menschen viel zu wenig Platz ein. Musik ist eine Weltsprache. Sie öffnet Türen, auch zu traumatisierten Kindern. Zu Kindern, die sonst nicht mehr sprechen. Die Tonleiter besteht nicht nur aus acht Tönen. Es gibt auch einen neunten Ton – den guten Ton. Kein Orchester, kein Team kommt ohne ihn aus. Musik und Sport können diesen guten Ton vermitteln: Fairness und Respekt vor Anderen.“

Günter Mranz (62) kennt Peter schon sehr, sehr lange: „Wir haben zusammen die Lehre als Chemograf bei der Druckerei Bruckmann gemacht. Und ich kann mich sogar noch an deinen ersten Auftritt in der ZDF-Hitparade erinnern. Wir waren alle so nervös, haben mit dir mitgefiebert!“ –„Ich kann mich auch noch erinnern“, lacht Maffay. „Vor allem an den Schneider, der mir diesen schwarzen Anzug verpasst hat.“

Andrea Walleitner (45), Kriminalbeamtin in Elternzeit, bewundert seit Jahren Peters soziales Engagement. Als Opferschutz-Beamtin weiß sie, wie wichtig es ist, Gespräche zu suchen. „Mit meiner Stiftung“, so Maffay, „versuche ich, Kindern aus benachteiligten Familien eine unbeschwerte, sorgenfreie Zeit zu ermöglichen. Sie können zwei Wochen auf einem Hofgut in Mallorca verbringen und werden professionell beaufsichtigt.“ Rund 400 Kinder besuchten Peter letztes Jahr, bekamen eine Auszeit von ihren Problemen. Gute Nachricht: Peter Maffay wird sein Engagement ausweiten. Heuer gehen noch zwei weitere Häuser – eines in Bayern, eines in Rumänien an den Start!

Christoph Lang / Oliver Menner

21. Juni: Peter Maffay in der Olympiahalle!

„Tattoos“ – so heißt das aktuelle Nr.-1-Album (sein 14. übrigens) – und so heißt auch Peter Maffays aktuelle Tour. Am 21. Juni ist er mit neu aufgenommenen größten Hits aus 40 Jahren Musikerkarriere – und dem Philharmonic Volkswagen Orchestra – bei uns in München in der Olympiahalle (Karten noch bei allen Vorverkaufsstellen!). „Das Zusammenspiel von Rockband und klassischem Orchester war eine Herausforderung, die von unseren Fans offensichtlich angenommen wird“, erklärt Peter die Tour. Und freut sich auf den München-Gig: „Das wird ein Riesenspaß!“ Die großen musikalischen Meilensteine seiner Karriere sind natürlich dabei: „Sonne in der Nacht“, „Und es war Sommer“, „Über Sieben Brücken“ – und vielleicht werde er „auch ein paar neue Songs ins Programm schieben“, verriet Maffay am Montag in der tz-Runde. Auf jeden Fall gibt’s weit über zwei Stunden Show, weit über zwei Stunden Maffay pur. Im zweiten Teil übrigens wieder mit den beliebten Fan-Vorschlägen. „Vielleicht bringe ich auch einen speziellen Gast mit“, sagt Peter, „aber das ist noch nicht ganz raus …“

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