"Er hat noch von Plänen gesprochen"

Pongratz: So war Blacky Fuchsbergers letzter Abend

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Wiesn-Wirt Peter Pongratz und Blacky Fuchsberger waren enge Freunde.

München - Dass es nicht gut um seinen alten Freund stand, wusste Wiesn-Wirt Peter Pongratz (67) schon lange. Doch dann ging alles sehr schnell.

 „Aber dass es so schnell geht – das hätte ich nicht gedacht. Ich habe ihm Mittwochabend noch Schweinsbraten mit Knödel aus der Grünwalder Einkehr vorbeigebracht. Das hat ihm noch richtig geschmeckt. Und er hat noch von Plänen gesprochen. Also bin ich beruhigt wieder nach Hause gefahren …“, erzählt Pongratz der tz. Am nächsten Morgen war Blacky Fuchsberger tot.

Der Münchner Wirt, der unter anderem den Paulaner am Nockherberg und das Winzerer Fähndl auf der Wiesn betreibt, und der 20 Jahre ältere Fuchsberger waren 39 Jahre lang eng befreundet. „Kennengelernt haben wir uns am 6. Juli 1975, als ich das Forsthaus Wörnbrunn übernommen habe. Er war da bereits Stammgast – und wir haben uns auf Anhieb verstanden. Er wurde zu meinem Ziehvater, ich zu seinem Ziehsohn.“

Am Tag des Todes sitzt der Schock bei Pongratz noch tief. „Seine Frau hat mich gleich angerufen. Sie war bis zuletzt bei ihm. Wir können es beide noch nicht glauben.“ Der Hausarzt sei die ganze Nacht bei Fuchsberger gewesen. Aber irgendwann versagten die Organe. Pongratz: „Er hatte keine Schmerzen. Er wollte ja nicht mehr in die Klinik. Er war so oft da in letzter Zeit.“

Falls Fuchsberger seinen nahen Tod geahnt hat, hat er das gut vor seinen Liebsten versteckt. Denn sein Freund Peter Pongratz erzählt: „Als er den Schweinsbraten gegessen hat, habe ich noch zu ihm gesagt: ,Wenn du so gut isst – dann kannst du nicht krank sein.‘ Er hat genickt. ‚Jaja, es geht bergauf. Vielleicht komme ich ja sogar mit dem Rollator zum Richtfest zu dir auf die Wiesn.‘“

Die Wiesn mochte Blacky Fuchsberger besonders gerne. Seit 2004 – dem ersten Jahr von Pongratz als Wiesn-Wirt – fuhr er fast immer auf dem Wagen beim Wirte-Einzug mit. Fuchsberger sagte einmal zur tz, er habe kein Oktoberfest seit dem Krieg verpasst. Selbst vergangenes Jahr, ein halbes Jahr nach seinem Schlaganfall, war der Schauspieler noch Gast in der Hausbox vom Winzerer Fähndl. Er strahlte und prostete mit seiner Mass den Gästen zu. Es war seine allerletzte Wiesn.

Nina Bautz

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