Ehemaliger Meteorologe angeklagt

Doppelmord von Petershausen: Angeklagter muss in Psychiatrie

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Prozess um Doppelmord von Petershausen

Zwei Frauen wurden auf bestialische Art und Weise getötet. Gegen einen ehemaligen Meteorologen läuft in München der Prozess.

Update 16.12 Uhr:

Nach dem grausamen Mord an zwei Frauen in Petershausen bei München muss der Täter in eine geschlossene Psychiatrie. Das Landgericht München II verurteilte den 54-jährigen Angeklagten am Mittwoch wegen zweifachen Mordes und Störung der Totenruhe zudem zu 15 Jahren Haft.

Der Vorsitzende Richter bescheinigte ihm in der Urteilsbegründung eine schwere Persönlichkeitsstörung, Sadismus und „schwere seelische Abartigkeit“. Das sexuelle Empfinden des Angeklagten sei „mit Gewaltfantasien gegen Frauen verknüpft“ gewesen.

dpa

Dramatisch: Wegen versuchten Mordes in Hamburg wird gegen zwei Deutsche ermittelt, die mit einem gestohlenen VW Golf einen Beamten rammten. Das berichtet nordbuzz.de.

Doppelmord von Petershausen -Staatsanwältin fordert lebenslange Haft

Update 13. Februar, 14.30 Uhr: München - Im Prozess um einen Doppelmord an zwei Frauen in Petershausen bei München haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung die Unterbringung des Angeklagten in einer geschlossenen Psychiatrie beantragt. Die Staatsanwältin und die Nebenklage forderten am Mittwoch vor dem Landgericht München II außerdem eine lebenslange Freiheitsstrafe, der Verteidiger eine Haftstrafe von 14 Jahren.

Der 54-Jährige ist angeklagt, weil er im Februar vergangenen Jahres seine beiden Bekannten getötet haben soll. Laut Staatsanwaltschaft verging er sich an ihnen - vor und nach ihrem Tod. Das mutmaßliche Motiv: Hass auf Frauen.

dpa

Doppelmord von Petershausen - Polizist berichtet von Einsatz: „Habe schon viel erlebt, aber...“

Update 5. Februar, 17.00 Uhr: Früher war er ein gefragter Meteorologe, am Dienstag erinnerte nichts an den humorvollen Popular-Wissenschaftler vergangener Tage. Auf der Anklagebank in München hockte, in sich gesunken, ein schmächtiger Mann (54) mit schütterem Haar. Im Februar 2018 soll er zwei Frauen erwürgt haben.

Als die Polizeibeamten am Rosenmontag vergangenen Jahres in die Wohnung von Frank H. in Petershausen traten, ahnten sie nichts Böses. Eine Caritas-Mitarbeiterin hatte den Suizid gefährdeten Patienten Frank H. schon lange nicht mehr gesehen und Alarm geschlagen. Das war ungewöhnlich. Gleichzeitig lag eine Vermisstenmeldung aus München vor, die zu der Petershausener Wohnung führte. Doch das wussten die Polizeibeamten zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht. 

Äußerst vorsichtig bewegten sie sich ins Wohnungsinnere. Immer wieder machten sie sich lautstark mit dem Hinweis „Polizei“ bemerkbar. Doch nichts rührte sich. Der erste Raum links nach der Tür war das Bad, es war leer. Dann kam die Küche. Sie war schrecklich unaufgeräumt, aber auch menschenleer. Es folgte das Wohnzimmer, dort lag eine Person, bedeckt mit Handtüchern, im Schlafzimmer, schließlich fanden die Beamten den 54-Jährigen. Er hockte vor seinem Bett, an einem Pfosten, um den Hals hatte er einen Strick gebunden und war im Begriff, sich das Leben zu nehmen. Für den 32-jährigen Beamten war es der Moment, nach weiteren Personen zu fragen. 

Polizist erinnert sich: „Wusste nicht, was mich erwartet“

Längst hatte er erkannt, dass in dieser Wohnung etwas Schreckliches passiert sein musste. „Die Alexandra ist in der Speisekammer“, sagte Frank H. mit matter Stimme. Der zweite Polizist (47) machte sich umgehend auf die Suche nach der Speisekammer. Sie lag versteckt hinter der kaum beweglichen Küchentür. „Ich habe schon viel erlebt, aber ich habe schon mit etwas Angst die Speisekammer geöffnet“, räumte der Beamte am Dienstag als Zeuge vor dem Schwurgericht München II ein. Dort begann der Mordprozess gegen den 54-Jährigen. Es geht um seine gesetzliche Unterbringung in der Psychiatrie, wo er sich seit der Tat befindet. „Ich wusste nicht, was mich erwartet“, erinnerte sich der Polizeibeamte. 

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Schließlich öffnete er die Tür und sah eine Frauenleiche vor sich liegen mit seltsam nach oben gerichteten Füßen. Sie wies bereits erste Totenflecken auf. An ihrem Körper konnte der Polizist Stichverletzungen erkennen. Ein erster Verwesungsgeruch war deutlich spürbar. Danach war alles Routine, der Notarzt kam und versorgte Frank H., der angab, 100 Tabletten geschluckt zu haben, die Kripo sicherte den Tatort. In den weiteren Ermittlungen wurde Geschehenes rekonstruiert. 

Doppelmord von Petershausen: Angeklagter verweigert Aussage

Demnach hatte der 54-Jährige am Faschingssamstag die beiden Frauen (40) zu sich nach Hause gelockt, unter dem Vorwand, eine kleine Faschingsparty zu veranstalten. Eigentlich hatte er es nur auf Alexandra abgesehen. Weil die Frau aber kaum ohne ihre Freundin Margit kommen würde, hatte er gleich beide Frauen eingeladen. Das Trio kannte sich aus dem Caritas-Zentrum Dachau. Alle drei waren psychisch krank und ließen sich dort betreuen. Dass Frank H. aus einem ausgeprägten Hass auf Frauen einen sexuellen Sadismus entwickelt hatte, war niemandem bekannt, ebenso wenig seine Gefährlichkeit. Er bot den Frauen Nusslikör an, in den er ein Betäubungsmittel geträufelt hatte. Es reichte, um seine Opfer wehrlos zu machen. Dann erwürgte er Alexandra, schändete ihre Leiche und wandte sich dann Margit zu, die er quälte und misshandelte und die er anschließend strangulierte. 

Vor Gericht wollte er am Dienstag keine Angaben machen, deshalb wurde der Gutachter gehört, dem der Angeklagte viel erzählt hatte – allerdings hinter verschlossenen Türen. Wegen intimer Informationen und aufgrund des Opferschutzes hatten Verteidiger und Nebenkläger den Ausschluss der Öffentlichkeit beantragt. Der Prozess dauert an.

Prozessbeginn im Doppelmord von Petershausen: Frauen mit K.o.-Tropfen willenlos gemacht 

München - Vor dem Landgericht München II beginnt am Dienstag der Prozess um einen sadistischen Sexualmord in Petershausen (Kreis Dachau). Angeklagt ist der ehemalige Meteorologe Thomas M. (54, Name geändert): Er soll im Februar 2018 zwei Frauen (40) auf bestialische Weise getötet haben. Zuvor hat er seine Opfer laut Anklage zu einer privaten Faschingsfeier in seine Wohnung gelockt. Statt Faschingskrapfen gab es einen klebrig-hinterhältigen Cocktail, der die Gäste willenlos machte: Likör mit K.o.-Tropfen! Der Mann und die Frauen kannten sich aus dem Caritas-Zentrum in Dachau. 

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Frauen mit K.O.-Tropfen betäubt: Angeklagte soll beide umgebracht haben

Die drei hatten mehrfach zusammen Ausflüge nach München gemacht. Die beiden späteren Opfer litten unter psychischen Erkrankungen. Auch der Meteorologe war oft im Caritas-Haus, weil er wegen Depressionen krankgeschrieben war. Dass der Mann im Laufe der Jahre wohl einen Hass auf Frauen entwickelte, war ihm nicht anzumerken. Zudem hatte er in der Vergangenheit in festen Beziehungen gelebt. Irgendwann kam dann aber die verhängnisvolle Wende in M.s kranker Psyche… 

Mehrere Wochen vor der Tat hatte der Meteorologe eine der beiden Frauen angesprochen. Sie gefiel ihm - doch sie machte sich nichts aus ihm. Das kränkte den Angeklagten - und sein Plan, die Frau zu töten, nahm nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft  Formen an. Weil er befürchtete, dass sie niemals ohne ihre Freundin bei ihm auftauchen würde, lud er wohl beide Frauen zu einem „lustigen“ Faschingsratsch ein. Beide Damen tranken den Likör - und die K.o.-Tropfen zeigten sofort betäubende Wirkung. Was nun laut Anklage passiert sein soll, entgleitet jeglicher Vorstellungskraft. 

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Der Mann soll seine Angebetete als erste umgebracht und dann ihren Leichnam auf bestialische Weise geschändet haben. Danach wandte er sich wohl der zweiten Frau zu, missbrauchte und folterte sie. Anschließend tötete er auch sie. Als Thomas M. drei Tage später von der Polizei festgenommen wurde, befanden sich die beiden Leichen noch immer in seiner Wohnung. Die Beamten hatten ihn aufgesucht, nachdem die Mutter einer der beiden Frauen eine Vermisstenanzeige aufgegeben hatte. Der Mann ließ sich widerstandslos mitnehmen. Nach zwei Tagen im Gefängnis wurde er in die Psychiatrie verbracht. 

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Doppelmord in Petershausen: Angeklagter galt als „ruhige Erscheinung“ 

Um die dortige Unterbringung geht es auch im Prozess, der am Dienstag beginnt. Denn: Der Mann leidet offenbar an einer schweren Persönlichkeitsstörung. Ob er die Taten realisiert hat, muss der Prozess zeigen. Eine große Rolle fällt dabei dem psychiatrischen Gutachter zu, dem der Angeklagte viel erzählt haben soll. Wenn er also vor dem Schwurgericht keine Angaben machen will, könnten die Richter den Gutachter als Zeugen vernehmen und so Angaben zur Tat bekommen. Fest steht nur, dass wohl niemand mit der Tat hätte rechnen können. Der Meteorologe galt nämlich als eine „ruhige Erscheinung“, „unauffällig“ und „in sich gekehrt“. Nach eigenen Angaben hatte er jahrelang Wetterdaten für Funk und TV geliefert.

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Video: Erstmeldung vom Februar 2018

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