Petition

Münchner Prominente gegen Abschiebungen nach Afghanistan

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Auch Günther Sigl von der Spider Murphy Gang hat unterschrieben.

Die Abschiebungen nach Afghanistan werden derzeit intensiv diskutiert. 41.000 Unterschriften werden jetzt an Kanzlerin Angela Merkel übergeben. Auch viele Münchner Promis sind unter den Unterzeichnern.

München - Bereits mehr als 41.000 Menschen haben eine Petition unterzeichnet, die eben diese Praxis der Bundesregierung als „unmenschlich“ geißelt. Auf der Liste der Erstunterzeichner finden sich Politiker und Prominente aus München, wie die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm (Grüne), Schauspielerin Senta Berger, Schriftsteller Peter Probst, Sänger Günther Sigl sowie Regisseur und Arzt Michael Verhoeven. Die Petition richtet sich an Kanzlerin Angela Merkel.

Initiator ist Thomas Nowotny, Kinder- und Jugendarzt aus Stephanskirchen (Kreis Rosenheim), der nach eigener Aussage viele junge Flüchtlinge aus Afghanistan untersucht hat. „In Afghanistan herrscht seit fast 40 Jahren Krieg“, schreibt Nowotny in der Petition. „Das Land ist unsicherer denn je.“ Trotzdem schiebe Deutschland „gegen besseres Wissen“ dorthin ab. „Wer vor Krieg, Elend und Tod Schutz suchende Menschen dorthin zurück zwingt, verstößt bewusst gegen die viel beschworenen Grundwerte der EU und gegen unser Grundgesetz.“ Die Unterzeichner, so Nowotny, würden sich solchen „Unrechts-Maßnahmen widersetzen“. Den Flüchtlingen sagt er: „Wir stehen an Ihrer Seite und werden alles in unserer Macht Stehende tun, um Sie zu schützen.“

Für den Unterzeichner Günther Sigl, Sänger der Spider Murphy Gang, steht fest: „Wir können nicht in ein Land, in das wir aus Sicherheitsgründen Soldaten schicken, massenhaft Flüchtlinge abschieben.“ Jeder wisse, was die Taliban dort anrichten. Natürlich sei die Situation eine andere, wenn sich ein Afghane hier etwas zuschulden kommen lasse, so Sigl. Aber man dürfe nicht alle Flüchtlinge in Sippenhaft nehmen. Auch Claudia Stamm nennt die Abschiebungen „inhuman“. „Ich hoffe auf Einsicht der Bundesregierung und der Länder.“ Die Petition soll in den nächsten Tagen an Merkel übergeben werden.

tos

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