Nachfolgerin steht bereits fest

Petra Perle: Schluss im Turmstüberl

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Wirtin Petra Perle im Turmstüberl.

München - Das Turmfräulein steigt für immer die 79 Stufen hinab. Wie die tz erfuhr, hört Petra Perle (49) Ende November als Wirtin im Turmstüberl des Valentin Karlstadt Musäums am Isartor auf.

Die Künstlerin sagt: „Das war wahnsinnig viel Arbeit in all den Jahren – ich bin einfach erschöpft.“

Neun Jahre lang hat die Perle im 53 Jahre alten, kreisrunden Stüberl Heimat- und Denkmalpflege mit Gastronomie verbunden. Hoch über dem Tal mit seinen Fastfood-Ketten sitzt hier der Giesinger Urbayer neben dem Touristen aus Norddeutschland. Beide genießen den hausgemachten Kuchen oder Weißwürste.

Das Auge des Gastes weiß bei all dem Trödel und Kitsch gar nicht, wohin. In jedem Winkel hängen Teller, Fotos, Musikinstrumente, Marionetten und Figuren wie die des Lohnkutschers Franz Xaver Krenkl (1780-1860). Viele Münchner Künstler Wie Friedrich Ani oder Konstantin Wecker stapfen hier regelmäßig hinauf – nicht zuletzt wegen der regelmäßigen Musik-, Literatur- und Kabarettveranstaltungen.

Stirbt mit ihrem Ende nun ein weiteres Stück München-Tradition? „Nein“, sagt Petra Perle. „Das Lokal sieht seit 53 Jahren so aus – und wird das bestimmt in 53 Jahren auch noch tun. Die Wirtinnen allerdings kommen und gehen …“ Freunde des Turmstüberls können zuversichtlich sein: Denn Perles Nachfolgerin wird eine ihrer Mitarbeiterinnen sein. „Sie wird sich bestimmt noch vorstellen. Aber die macht das bestimmt super, da bin ich sicher!“

Für Petra Perle beginnt nun eine neue Lebensphase: „Erst einmal mache ich zwölf Monate Urlaub – ich hatte in all den Jahren keinen richtigen.“ Ihr Kleingarten wird sich freuen, der werde jetzt gehegt und gepflegt. Und danach? Ein neues Gastro-Projekt werde es mit Sicherheit nicht geben. „Das ist mir persönlich zu langweilig. Ich bin ein kreativer Mensch und möchte meine Talente nutzen, solange es noch geht.“ Was genau sie plant, verrät sie nicht. „Das sind ungelegte Eier.“ Nicht nur die Künstlerin selbst ist glücklich über ihre Entscheidung. „Mein geliebter Gatte bekommt jetzt meinen Kuchen – der freut sich schon.“

Nina Bautz

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