OB-Gattin (52) im Einsatz für die Stadt

Petra Reiter: Mein neues Leben als First Lady

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Von der Gattin zur Stellvertreterin – Petra und OB Dieter Reiter beim Filmball.

München - In den bald zehn Monaten seit Dieter Reiters Amtsantritt als OB hat Petra Reiter ihre Rolle als First Lady der Stadt gefunden. Ihr Terminkalender ist voll, sie hat viele Aufgaben zu erfüllen.

Es war nicht erst vor Kurzem. Schon vor Jahren ist Petra Reiter aus dem Windschatten des 56-Jährigen SPD-Mannes getreten. Anfang der 90er waren beide beim Fallschirmspringen. Das Foto zeigt den Ausflug – er mit der Fliegerbrille, den Arm lässig um die Frau gelegt. Gesprungen ist nur sie …

Die OB-Gattin gratuliert Maria Fänderl im Namen der Stadt.

Auch jetzt hat Petra Reiter (52) sich wieder in den Wind gewagt: In den bald zehn Monaten seit Dieter Reiters (56, SPD) Amtsantritt als OB hat sie ihre Rolle als First Lady der Stadt gefunden! Die Münchner erkennen sie schon auf der Straße, sie freut sich über Gespräche: „Ich gehe gern auf Menschen zu.“ Das tut sie sogar im Namen ihres Mannes: Erst am Montag hat sie der Bürgerin Maria Fänderl zum 100. Geburtstag gratuliert – von der Gattin zur Stellvertreterin.

Rund 20 solcher offiziellen Termine hat sie schon übernommen. Dazu kommen Schirmherrschaften etwa für die Afrikatage von Unicef oder eine Aktion des Gehörlosenverbands, der Märchen in Gebärdensprache übersetzt. So selbstverständlich tritt sie auf, dass die Opposition irritiert fragte: Darf sie das überhaupt? Sie ist doch gar nicht gewählt! Darf sie. Das haben auch schon OB-Gattinnen vor ihr getan, stellte das Protokoll fest.

Sie nimmt sich viel Zeit als First Lady: Im Wahlkampf reduzierte sie ihre Stelle als Buchhalterin in einem mittelständischen Betrieb auf halbtags, jetzt hat sie zudem die Leitung abgegeben. „Sonst wäre es mir zu viel“, sagt sie. Die Termine (auch gemeinsam mit ihrem Mann) könnten mittlerweile einen eigenen Halbtagsjob füllen. Zudem pflegt sie ihr Engagement aus der Vor-OB-Zeit: Sie begleitet Sterbende als Hospizhelferin und hilft als Integrationspatin einer somalischen Familie in den Alltag.

Hausmusik daheim am Harras.

Ihr Terminkalender gleicht dem ihres Mannes – oft 14 Stunden, Arbeit und Privates mischen sich. Wenn sie den OB mal ganz für die Familie braucht, lässt sie bei seiner Sekretärin einen Termin eintragen. „Plätzchen backen, drei Stunden“, stand da vor Weihnachten. Petra Reiter macht sich nichts draus: „So ein Amt geht nur mit Vollgas.“ In ihrem Umfeld hört man nur Lob in den höchsten Tönen. „Sie ist nicht nur das Begleitgrün vom OB“, sagt eine führende Sozialdemokratin. Eine andere hebt hervor, dass sie trotz all des Stresses viel abgenommen hat. „Zwei Kleidergrößen“, sagt Petra Reiter, ohne die Kilos zu verraten – mit viel Schwimmen, ganz wenig Essen am Abend, eiserner Disziplin.

Der Oberbürgermeister ist mächtig stolz auf seine Frau. „Sie unterstützt mich schon seit Jahren. Wir besprechen jedes Thema auch daheim – zuletzt den Konzertsaal. Es kann passieren, dass wir uns gegenseitig umstimmen.“ Und er gönnt ihr den Wind: Zum 50. hat er ihr einen Fallschirm-Gutschein geschenkt. Sie will ihn einlösen, wenn sie mal wieder Zeit hat.

Petra Reiter im Steckbrief

  • Geburt: 25. August 1962 in München, aufgewachsen in Sendling
  • Sternzeichen: Jungfrau („Da glaube ich aber nicht dran“)
  • Kinder: Daniela, Martina und Tobias mit Zwillingen
  • Ausbildung: Buchhalterin
  • Hobbys: Gebärdensprache, Lesen, Schwimmen, Langlauf, Musik
  • Lieblingsort: Bavaria („Da bin ich groß geworden“)
  • Lieblingsessen: Asiatisch
  • Lieblingsbuch: grundsätzlich: Bibel, aktuell gelesen: „Adressat unbekannt“ von Kathrine Kressmann Taylor
  • Lieblingsmusik: Country bis Klassik

David Costanzo

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