Das Tunnel-Chaos

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Die Webcam-Aufnahme von www.earthtv.com zeigt, wie der Verkehr rechts am Tunnel vorbeigeleitet wurde. Dort bildete sich ein Mega-Stau.

München - Es ist noch ein Rätsel, wie es dazu kommen konnte. Tatsache ist, dass ein falscher Feueralarm im Petueltunnel für ein riesiges Chaos im morgendlichen Berufsverkehr sorgte.

Zweieinhalb Stunden war die Röhre in beide Richtungen dicht, der Stau reichte bis nach Freimann!

Um 5.02 Uhr registrierte die Leittechnik der 2002 eröffneten doppelten Tunnelröhre an mehreren Stellen eine stark erhöhte Temperatur, obwohl von einem Brand keine Spur war. Sofort schalteten die Ampeln an allen Tunnelportalen auf Rot, die Feuerwehr wurde alarmiert. 16 Fahrzeuge mit 48 Mann Besatzung rückten zum vermeintlichen Tunnelbrand aus, darunter vier Krankenwagen. Zu tun gab es für de Retter freilich nichts – Fehlalarm!

„Die Feuerwehr wurde automatisch über die Leittechnik alarmiert. In der Verkehrsleitzentrale in der Ettstraße konnte man auf den Videos allerdings kein Feuer sehen“, berichtet der städtische Tunnelmanager Ilja Wutte. Es sollte allerdings zweieinhalbStundendauern, bis die Röhre um 7.33 Uhr wieder für den Verkehr geöffnet werden konnte.

Wutte: „Wir konnten den Tunnel nicht früher freigeben, weil wir erst abschnittsweise gewährleisten mussten, dass die Brandmeldetechnik funktioniert.“ In 24 Abschnitten messen sogenannte Brandmeldekabel im Abstand von sieben Metern ständig die Temperatur. „Wenn sie innerhalb von drei Sekunden um mehr als zehn Grad steigt, gibt es Feueralarm.“ Doch das Brandmeldekabel kann als Ursache ausgeschlossen werden. „Die Firma Bosch arbeitet gerade an der Fehlerdiagnose“, so Wutte.

Die Auswirkungen auf den Berufsverkehr waren allerdings immens. Laut Polizei reichten die Staus Richtung Westen bis zur Landshuter Allee, in Richtung Osten bis in den Richard-Strauss-Tunnel und auf der B11 bis nach Freimann. Die Umleitung gestaltete sich kompliziert, da es zwischen Leopoldstraße und Belgradstraße keine Fahrbahnen mehr auf dem Deckel des Petueltunnels gibt. Für Wutte hat der Vorfall dennoch etwas Gutes: „Alle Systeme habe funktioniert.“ Es sei besser, der Tunnel wird bei Fehlalarm gesperrt wird als dass dies bei einem echten Brand nicht geschehen würde. Wutte; „Das wäre fatal.“

Johannes Welte

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