Dramatisches Unglück in Tirol

Pfanni-Enkel Paul (14) stirbt nach Skiunfall

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Der bekannte Münchner Unternehmer Otto Eckart (Pfanni).

München - Ein schwerer Schicksalsschlag erschüttert die Münchner Unternehmer-Familie Eckart! Die Gründer der Pfanni-Knödelwerke trauern um eines ihrer jüngsten Familienmitglieder:

Paul starb in der Nacht auf Freitag mit nur 14 Jahren an den Folgen eines Skiunfalls in Scheffau (Tirol). Der Bub war vier Tage nach Michael Schumacher verunglückt und lag im Innsbrucker Klinikum im künstlichen Koma.

Donnerstag, 2. Januar: Paul war in Richtung Talstation Kummereralm unterwegs. Wie die Polizei in Kufstein mitteilte, kam er gegen 14 Uhr von der Piste ab. Vom rechten Rand der Abfahrt sprang er unfreiwillig in den Wald und prallte gegen einen Baum. Obwohl der Bub einen Helm getragen hatte, erlitt er dabei schwere Kopfverletzungen und eine Serienrippenfraktur. Er musste mit dem Rettungshubschrauber abtransportiert werden. Ob der junge Skifahrer sofort bewusstlos war, ist nicht bekannt. Jedenfalls versetzten ihn die Ärzte in ein künstliches Koma.

Opa Otto Eckart, Honorarkonsul von Guatemala, Vater Werner, Vorstand der Kultfabrik auf dem Ex-Pfanni-Gelände, seine Mutter Caroline und die vier Geschwister hofften, bangten und litten mit Paul. Am 6. Januar eröffneten sie eine Facebook-Seite für ihn, weil die Anteilnahme von Freunden so groß war. Es zeigt den Buben, wie ihn alle geliebt haben: freundlich lachend vor einem Bergpanorama. „Pauli, das packst du!“, lautet einer der Einträge. Eine andere Familie schreibt: „Wir halten Dir die Hand und schicken einen Glücksstern.“ Und in einem weiteren Kommentar heißt es: „Lieber Pauli, ruh’ Dich aus und mach weiter so tolle Fortschritte!“

Aus dem Umfeld der Familie heißt es, dass der Zustand des Buben zwar kritisch, aber durchaus stabil war. Mit jedem Tag wuchs die Hoffnung, dass er schon bald aus dem künstlichen Tiefschlaf zurückgeholt werden könnte, dass er bald wieder lachen würde wie vor dem Unglück. Am 7. Januar um 9.57 Uhr schreibt die Familie in seinem Namen: „Danke Euch ganz herzlich!“ Es war der letzte Eintrag.

Freitagvormittag machte unter seinen Kameraden an den Nymphenburger Schulen die schreckliche Nachricht die Runde: Pauli hat seinen tapferen Kampf gegen das Schädel-Hirn-Trauma verloren. „Du bist ein Sonnenschein!“, schrieb ein weiterer Freund an seine Pinnwand. Ein Sonnenschein, der viel zu früh aus dem Leben scheiden musste.

Von der Knödel- zur Kultfabrik

Die Kultfabrik am Ostbahnhof zählt heute zu den Partyhochburgen der Stadt.

Nachdem Pfanni 1996 die Produktion in München eingestellt hatte, vermietete die Unternehmerfamilie Eckart das 90 000 Quadratmeter große Areal am Ostbahnhof an Wolfgang Nöth. Mit dem neuen Konzept des Großgastronomen siedelten sich rund 30 Diskotheken, Clubs, Bars und Restaurants sowie etwa 60 Künstlerateliers an. Der Kunstpark brummte. Offenbar so sehr, dass die Unternehmerfamilie um Juniorchef Werner Eckart (45), Pauls Vater, den Betrieb im Jahr 2003 wieder selbst übernahm. Seither heißt der Vergnügungspark Kultfabrik. Hallenmogul Nöth betreibt heute u.a. das Zenith, das Kesselhaus und das Optimolgelände.

Auf dem Pfanni-Werksgelände eröffnete 1996 auch das Kartoffelmuseum, das von der Stiftung des Honorarkonsuls Otto Eckart getragen wird. Er ist der Sohn von Werner Eckart sen., der den Knödel-Riesen 1949 in München gegründet hatte. Das Unternehmen wurde 1993 an eine Knorr-Tochter verkauft und 2000 von der Unilever Gruppe übernommen. Pfanni hat heute seinen Sitz in Stavenhagen (Mecklenburg-Vorpommern), wo die rund 300 Mitarbeiter pro Jahr etwa 150 000 Tonnen Kartoffeln verarbeiten.

S. Dorner, S. Arbinger

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