Aufwändiger Rettungs-Einsatz

Pfarrer am Predigtstuhl in Bergnot

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Ein Pfarrer aus Ainring und drei Frauen aus der Region München und Freising konnten am Predigtstuhl gerettet werden.

München - Ein Pfarrer und seine drei Begleiterinnen, die am Ostermontag am Predigtstuhl in Bergnot geraten waren, sind in einer aufwändigen Rettungsaktion gerettet worden.

Ein 40-jähriger Pfarrer aus Ainring und drei 21 und 30 Jahre alte Frauen aus der Region München und Freising waren bei winterlichen Verhältnissen vom Saalachsee aus über den zugeschneiten Waxriessteig aufgestiegen. In rund 1.000 bis 1.100 Metern Höhe verloren sie den Weg aus den Augen verloren und gerieten in eine 30 bis 40 Grad steile Rinne mit erheblicher Lawinengefahr.

Da die vier Bergsteiger rund einen Meter tief im Schnee feststeckten und teilweise bereits am Ende ihrer Kräfte waren, setzten sie gegen 15.50 Uhr bei der Leitstelle Traunstein einen Notruf ab. Der alarmierte Einsatzleiter der Reichenhaller Bergwacht schickte sofort eine siebenköpfige Such- und Rettungsmannschaft los, darunter auch ein Lawinenhundeführer. Der Traunsteiner Rettungshubschrauber „Christoph 14“ wurde für einen Suchflug angefordert, da die in Not Geratenen keine genauen Ortsangaben machen konnten. „Christoph 14“ nahm in der Reichenhaller Kaserne einen ortskundigen Bergwacht-Luftretter mit Rettungsmaterial auf und wurde von den Bergwanderern dann über Handykontakt zum genauen Einsatzort gelotst auf Höhe des Brandkopfs zwischen Bäumen.

Gelände- und schneebedingt konnte der Pilot nicht landen, um den Bergwachtmann aussteigen zu lassen. Außerdem verfügt „Christoph 14“ vorübergehend über kein Rettungstau, also wurde der Salzburger Notarzthubschrauber „Christophorus 6“ nachgefordert. Dieser konnte den Einsatzort mit den bereits zuvor ermittelten Koordinaten und mit Hilfe eines Reichenhaller Bergwacht-Luftretters an Bord rasch finden. Der Pilot von „Christophorus 6“ setzte dann am Einsatzort mit dem 60 Meter langen Tau den Notfallsanitäter ab, der jeweils zwei der Bergwanderer mit Rettungssitzen zu sich ans Tau sichern konnte. Diese wurden dann in zwei Aufzügen nacheinander unversehrt ins Tal zurückgeflogen. Einfallender Nebel und der vom Abwind aufgewirbelte Schnee erschwerten dabei die Flüge.

Bilder: Pfarrer am Predigtstuhl aus Bergnot gerettet

Bilder: Pfarrer am Predigtstuhl in Bergnot

Der Wachdienst der Bundeswehr hatte bereits heißen Tee und Decken vorbereitet, sodass sich die Gruppe trotz erster Unterkühlungsanzeichen im beheizten Bergwachtauto rasch wieder erholten konnte. Eine Rettungswagen-Besatzung des Roten Kreuzes und der Notarzt des Hubschraubers untersuchten die Bergwanderer. Die waren aber bereits wieder so fit, dass sie nicht mit ins Krankenhaus fahren wollten.

Insgesamt waren elf Männer und Frauen der Bergwachten Bad Reichenhall und Teisendorf-Anger über zwei Stunden lang gefordert, wobei der Fußtrupp bereits 400 Höhenmeter zurückgelegt hatte und nur knapp unterhalb der Einsatzstelle wieder umkehren konnte, als klar war, dass die Rettung per Hubschrauber klappt. „Ein bodengebundener Abtransport wäre wegen der erheblichen Lawinengefahr, der Schneeverhältnisse und er beginnenden Dämmerung äußerst komplex und schwierig geworden“, erklärt Bergwacht-Bereitschaftsleiter Dr. Klaus Burger.

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